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Alsdorf: Schwake: Ich wünsche der Stadt viel Erfolg

Alsdorf : Schwake: Ich wünsche der Stadt viel Erfolg

Das Positive hat er deutlich akzentuiert, das Negative weitgehend weggelassen. Bei seiner vorgezogenen Abschiedsrede vor Mitgliedern der Kolpingsfamilie beherzigte Bürgermeister Wolfgang Schwake den selbst gewählten Titel: „Kein Blick zurück im Zorn”.

Aus sieben Jahren Amtszeit - zunächst ab 1997 als Stadtdirektor - berichtete der überzeugte CDU-Mann, der die Stadt bald in Richtung Harsewinkel verlassen wird, um dort als möglicher Bürgermeister ein besseres Zusammenspiel zwischen Verwaltung und Rat herzustellen.

Kontakt zwischen Bürgermeister und Bürgerm muss eng sein

Dass es an letzterem in Alsdorf zunehmend haperte, wurde erst nach dem 40-minütigen Referat in einer kurzen Diskussionsrunde angerissen. Auf die Frage, weshalb er nun auch der Fraktion den Rücken kehre, die ihn einst nach Alsdorf holte, wurde der gebürtige Ostwestfale deutlicher. „Es gab einen Wechsel in der Parteispitze.” Dieser führte zum Konflikt, wie auch die enge Zusammenarbeit von CDU und SPD im Stadtrat. „Ich konnte meine Ziele nicht mehr verwirklichen und das Mandat der Bürger nach meinen Vorstellungen gestalten”, bedauerte Schwake. Und da sei er nun einmal „geradlinig” und habe seine Konsequenzen gezogen.

Auf Empfehlungen für die Amtsausübung seines Nachfolgers angesprochen, bewies er fußballerischen Humor: „Das könnten sie genau so gut Rudi Völler fragen!” In jedem Fall aber müsse der Kontakt zwischen Bürgermeister und Bürger ein enger sein. Diese Maxime unterstrich Schwake vorab mehrfach. „Nähe zu den Menschen zu suchen, war stets mein oberstes Ziel.” Denn man könne eine Stadt nur mit dem Bürger regieren, nicht gegen ihn.

Schake betonte Vorteile der Stadt

Den engagierten Wirtschaftsförderer Schwake stellte der Redner zudem in den Mittelpunkt. „In Alsdorf wurde viel erreicht und verändert. Mit dem Industrie- und Gewerbepark wurde ein starkes Instrument für die Wirtschaft geschaffen.”

Die Stadt habe überdies viele Pfunde, mit denen sie wuchern könne, so das Fazit Schwakes. Zum einen die vielfältige Vereinslandschaft, zum anderen ein Kulturangebot, das in der Stadthalle optimal präsentiert werde. Und natürlich das Anna-Park-Center mit angrenzendem Park und Bergbaumuseum sowie die Bergehalden, die zur EuRegionale 2008 eine gewichtige Rolle spielen könnten.

Haushaltsmisere

Trotz der Haushaltsmisere solle man den Kopf nicht hängen lassen, sondern „dickes Fell beweisen. Wer keine Visionen mehr hat, ist auch nicht mehr gestaltungsfähig.” Selbst den jüngsten, gewaltigen Schlag - die Schließung des Renesas-Werkes - werde man mit vereinten Kräften verdauen können. „Wir müssen alle Kräfte bündeln, um die Betroffenen aufzufangen.” In den letzten Tagen seiner Amtszeit werde er diesbezüglich „alle möglichen Anstrengungen” unternehmen.

Und dann möchte er die Entwicklung in Alsdorf aus der ostwestfälischen Ferne mit wachen und wohlwollenden Augen verfolgen. „Ich wünsche der Stadt von ganzem Herzen, dass am Ende des schwierigen Strukturwandels der Erfolg steht!”