1. Lokales
  2. Nordkreis

Herzogenrath: Schulz diskutiert mit Schülern zur Europawoche

Herzogenrath : Schulz diskutiert mit Schülern zur Europawoche

„Für viele der hier Anwesenden ist es knapp weniger als die eigene Lebenszeit.” Martin Schulz blickte vor Schülern und Schülerinnen des Herzogenrather Gymnasiums und Abordnungen anderer Schulen aus Eurode auf das, was allein die vor 15 Jahren geschlossenen Maastrichter Verträge an Vorteilen gebracht haben.

Für den Würselener Europaabgeordneten und Vorsitzenden der sozialistischen Fraktion im Europa-Parlament war aus Anlass der Europawoche (5. bis 13. Mai) eine Tatsache noch wichtiger: Dass es seit 60 Jahren Frieden in Europa gibt. Schulz: „Klar, wir können sagen, Frieden ist nicht alles im Leben. Aber: Ohne Frieden ist alles nichts.”

Sehr anschaulich und unter die Haut gehend hatte der Sozialdemokrat zuvor die Geschichte seines politischen Ziehvaters, geschildert, der in und zwischen den beiden Weltkriegen und weil sich Grenzen plötzlich veränderten ohne eigenes Verschulden in die Mühlsteine der Geschichte geraten war. Über den schließlich sogar die Todesstrafe verhängt worden war, ohne freilich je vollstreckt worden zu sein. „So etwas wird sich, wenn wir zu den Verträgen stehen, nicht wiederholen können!”

Von einer Grenze hatte in seiner Begrüßung auch Herzogenraths Bürgermeister Gerd Zimmermann gesprochen, von der Grenze an der Neustraße/Nieuwstraat nämlich. Zimmermann: „Die Grenze gibt es immer noch. Sie ist nicht mehr sichtbar.” Um so wichtiger sei es, dass Europa bei den Bürgern ankomme und dass es zu einer Verfassung mit in ihr verankerten Grundrechten komme.

Auch Ger Kockelkorn, früherer Minister der Provinz Limburg und Altbürgermeister von Meersen, hatte eine persönliche Geschichte beizusteuern. Die von seinem Großvater nämlich, der aus Burtscheid stammt und sich in ein Mädchen aus den Niederlanden verguckt hatte. Das ging damals ganz leicht: „Vor dem 1. Weltkrieg gab es keine Grenzen hier.” Also ein Zustand vergleichbar dem heutigen. Ohne Nationalität sei der Großvater 93 Jahre alt geworden und habe auch noch für 17 Kinder gesorgt.