Herzogenrath - Schützen: Mit Pfeil und Armbrust zum Fuchsberg

Schützen: Mit Pfeil und Armbrust zum Fuchsberg

Von: fs
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Der Tradition verbunden: Schützenkaplan Pfarrer Dr. Guido Rodheudt, 1. Schützenmeister Jürgen Schmitz, Kaiser Wolfgang Essers, Bürgermeister Christoph von den Driesch, König Bernd Esser, 2. Schützenmeister Dr. Reiner Aghte und Fähnrich Dr. Tobias Dreßen. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Als im Jahr 1283 die „Festung s’Herzogenrode“ von feindlichen Truppen belagert wurde, war es ein heute unbekannter Armbrustschütze, dessen Pfeil den Anführer Winnemar von Gijmnich tötete. Daraufhin gaben die Belagerer auf und zogen ab. Dieser Schütze ist heute als Schütz von Rode bekannt, könnte so etwas wie der „Urvater“ der St.-Sebastianus-Armbrustschützengesellschaft Anno 1250 Herzogenrath sein, der heute wohl landesweit ältesten noch mit der Armbrust schießenden Schützengesellschaft.

Ein imposantes Schauspiel, das Jahr für Jahr viele Zuschauer zum Fuchsberg lockt. Die 769 Jahre alte Gesellschaft schießt schon 181 Jahre auf dem Fuchsberg. Die Annalen besagen, dass hier im Jahre 1837 der erste Königsvogel geschossen wurde.

Zunächst zogen die Schützen durch die Stadt zum Fuchsberg, um den Scheibenkönig zu ermitteln. In diesem Jahr war es zum dritten Mal der 1. Schützenmeister Jürgen Schmitz, der den Vogel in der dritten Runde mit seinem 19. Pfeil aus luftiger Höhe herunterholte. Dieser „Scheibenpreis“ ist übrigens die zweithöchste Auszeichnung, die ein Sebastiani-Schütze im Laufe des Jahres erringen kann. Den ersten Silberbecher, den Maria-Schöngen-Gedächtnis Becher, errang Prof. Dr. Jürgen Karla.

Den Abschluss des Tages feierten die Schützen mit ihren Gästen im Zelt am Fuchsberg. Der nächste Tag begann mit einem Gottesdienst in St.-Mariä-Himmelfahrt mit „Schützenkaplan“ Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Am Nachmittag folgte der Festzug vom Marienkapellchen zum Fuchsberg. Vorneweg die Harmonie Cäcilia, die Hellebardenträger, Pfeiljungen und -mädchen, die Einwinder, die Fahnen, die Schützenmeister Jürgen Schmitz und Dr. Reiner Aghte und die Schützen mit König Dr. Reinhold Offermanns. Nach alter Tradition zogen die Schützen dreimal mit Musik um die Vogelstange, bevor der Erste Schützenmeister Jürgen Schmitz die erste Runde freigab.

Jeder Schütze besitzt seine eigene Armbrust und hat 23 Pfeile je Runde zur Verfügung. Die Schützen – diesmal waren es elf Bewerber – schossen im Halbrund stehend auf den gelben Holzvogel, der auf einer 34 Meter hohen Stange oben auf dem Hügel hockt. Bereits in der ersten Runde erhielt der Vogel überdurchschnittlich viele Treffer, bis Bernd Esser mit seinem 15. Pfeil gegen 17.30 Uhr den Vogel herunterschießen konnte.

Natürlich war die Freude riesengroß, denn Bernd Esser, im Jubiläumsjahr 2000 den Schützen beigetreten, errang zum ersten Mal die Königswürde. Im Jahre 2008 konnte der neue König den „Scheibenpreis“ erringen. Zu den Gratulanten gehörten Bürgermeister Christoph von den Driesch, Schützenkaplan Pfarrer Dr. Guido Rodheudt, die stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Theres Sobczyk, die befreundeten Schützen Gesellschaften aus Kerkrade und Alt-Merkstein, sowie die St. Sebastianus Schützen Afden, sie hatten die Schießaufsicht und die Thekenbedienung übernommen.

Bonbons für die Kinder

Das Volksfest am Fuchsberg hätte an diesem Tag nicht besser ablaufen können. Fleißig und unermüdlich konzertierte dort die Harmonie Cäcilia. Der neue Schützenkönig Bernd Esser bedankte sich auch bei den vielen Kindern am Fuchsberg, indem er Bonbons verteilte. Anschließend wurde der Gerd-Zimmermann-Becher ausgeschossen, hier war Matthias Schillings erfolgreich. Am Abend waren die Schützen zu Gast beim neuen König Bernd Esser auf Burg Rode.

Das erfolgreiche Schützenfest klang am dritten Tag mit dem Silberbecher der VR-Bank aus. Hier war Paul Akens der beste Schütze, der auch am Abend als Schenker auf Burg Rode einlud.

 

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