Alsdorf: Schrebergärten in Ofden: Wo die Kotbeutel zum Himmel stinken

Alsdorf : Schrebergärten in Ofden: Wo die Kotbeutel zum Himmel stinken

Lange suchen muss man nicht: Hundehaufen dicht an dicht, den ganzen Weg am Gelände des Kleingartenvereins „Am Kiesacker“ in Ofden entlang, zwischen dem Ende der Bonhoefferstraße und dem Lotusweg. Nicht etwa am Rand, sondern über die ganze Breite verstreut.

An der Ecke zur Wiese, die an den Kindergarten grenzt, sammeln sich unter einem Strauch unzählige gefüllte Kotbeutel unterschiedlicher Farbe. Widerlich.

Unter einem Strauch an der Ecke zur Wiese hinter dem Kindergarten scheint eine „Sammelstelle“ für gefüllte Kotbeutel zu sein.

Und wer quer über die Wiese, am Ende des Buchsbaumwegs, in das bewaldete Stück Richtung Schleibach abbiegt, wird auch hier den wenig appetitlichen Anblick nicht los. Hier hängen die Tütchen sogar in Bäumen und Sträuchern.

Angela Steffens-Grimmen hat selbst einen Hund und ärgert sich sehr über andere Hundebesitzer.

Angela Steffens-Grimmen geht mit ihrem Podenco Andaluz täglich auf diesen Strecken spazieren und ebenso oft ärgert sie sich über die anderen Hundebesitzer. Oder wenigstens einen Teil von ihnen. Für deren Verhalten findet sie ein deutliches Wort: „asozial“. Als Ur-Ofdenerin empfand die 56-Jährige ihren Stadtteil bislang immer als gepflegt, die Ofdener achteten sehr auf ihr Umfeld, erzählt sie am Rande der Wiese stehend. Das habe sich aber in den vergangenen Jahren sehr zum Negativen entwickelt; sie mutmaßt, dass es sich bei den Verursachern für die Verschmutzung um Zugezogene handelt. Beweisen lässt sich das natürlich nicht.

Auf der Wiese hinter dem Kindergarten könnten Kinder keinen Fußball mehr spielen, von Entspannung auf Spaziergängen oder einem Genießen der Natur könne bei ständig nach unten gerichtetem Blick keine Rede sein, sagt sie.

Auf das Nichtwegräumen des Hundekots hingewiesen, habe sie viele unverschämte Antworten erhalten: „Ich bezahl‘ Hundesteuer“ und „Kümmere Dich um Deinen Sch...“ etwa. Witzig findet sie dieses Wortspiel nicht. Auch Ausreden habe sie schon zu genüge gehört: Es seien keine neuen Beutel mehr in den Hundekotstationen, die in der Regel an einen öffentlichen Mülleimer gekoppelt sind. Oder es gebe zu wenig von letzteren, Mülleimern also. Alles Quatsch, findet Steffens-Grimmen.

Zumal man sich im Zweifel auch selbst ein paar Plastiktüten kaufen könnte. Centbeträge. „Wenn ich mich als Hundebesitzerin schon aufrege, was müssen dann erst die Leute denken, die keinen Hund haben?“, fragt sie. Sie schildert, wie sie inzwischen immer mit einer halben Rechtfertigung auf den Lippen unterwegs ist, um sich im Falle einer verbalen Attacke eines Spaziergängers, der sich genauso wie sie ärgert, direkt als eine von den „Guten“ verteidigen zu können. Auch Schrebergartenbesitzer empfinden die Hinterlassenschaften als Zumutung. Einer hat in dem an seinen Garten angrenzenden Kiesbeet ein Schild errichtet: „Achtung — hier ist kein Hundeklo“.

Massive Beschwerden

Das Ordnungsamt der Stadt Alsdorf, das erst kürzlich seinen sogenannten Präsenzdienst personell aufstocken durfte, kennt normalerweise alle neuralgischen Punkte und war auch in Ofden in der Vergangenheit verstärkt unterwegs. Wie der Leiter des Präsenzdienstes, Frank Dohms, sagt, hat der Schwerpunkt der Rundgänge nach massiven Beschwerden bislang aber auf dem Areal rund um den Tierpark und den parkähnlichen Bereichen gelegen. Hier habe sich die Sauberkeit auf den (Geh-)Wegen dank Sanktionen inzwischen auch deutlich gebessert. „Aus der Ecke Am Kiesacker, haben wir aber noch keine einzige Meldung erhalten“, sagt er — was ihn aufgrund der großen Aufmerksamkeit der dortigen Anwohner etwas überrasche.

Nach einem Blick ins Kataster und der Klärung der Frage, ob die Stadt Alsdorf hier nicht unrechtmäßig privates Gelände betreten würde, sagte Dohms am Telefon zu, mit einer Kollegin die Wege abzulaufen, aufräumen zu lassen und seinem Präsenzdienst einen Hinweis zu geben, damit dieser seine Runde ausweite. Er wendet allerdings ein: „Die Wahrscheinlichkeit, exakt zu dem Zeitpunkt dann auch jemanden anzutreffen, der Hundekot nicht wegräumt, ist gering.“ Ähnlich wie bei Falschparkern, die eine Politesse im Anmarsch sehen.

Er appelliert ausdrücklich an die Ofdener, Verstöße gegen das Gebot, Hundekot zu entsorgen, anzuzeigen. „Wir gehen allen Anzeigen nach, wir verfolgen jede Ordnungswidrigkeit“, so Dohms. Ohne solche Hinweise falle es der Behörde schwer, derartige Schmutzecken zu reduzieren.