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Herzogenrath: Schöne Stimmen und prickelnder Charme

Herzogenrath : Schöne Stimmen und prickelnder Charme

Am Neujahrsmorgen zuerst das in alle europäischen Länder übertragene Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, am Nachmittag das Konzert auf Burg Rode: Das hat Tradition.

In diesem Jahr war das Konzert im ausverkauften Rittersaal eingebettet in die Reihe „Dem Nachwuchs eine Chance - junge Künstler in alten Mauern”.

Sympathisch, spritzig, beschwingt: So charakterisierte Gertraud Wolf, Vorsitzende des Kuratoriums Burg Rode, treffend den Auftritt des deutsch-niederländisch-belgischen „Quintetts Silvestro” mit An de Ridder (Sopran), Kalki Schrijvers (Mezzo-Sopran), Alexander Schröder (Tenor), Remco Vink (Bass) und dem auf Burg Rode hoch geschätzten Konzert-Routinier Constant Notten am Flügel.

Mit ihrem bunten Strauß beliebter Melodien aus nicht ganz so ernsten Opern und noch heitereren Operetten verzauberten sie auf prickelnde und charmante Weise.

Das „Quintett Silvestro” besteht aus jungen, aber durchaus opern- und konzertbühnen-erfahrenen Profis, wie Mimik und Gestik bei den Soli - vor allem bei Remco Vink mit seinem voluminösen Bariton etwa bei der Arie „Aprite un po” aus Mozarts „Hochzeit des Figaro” - erkennen ließ.

So wurde die nur scheinbar leichte Operettenkost bekömmlich auf dem Neujahrsparkett serviert, sorgte für Schmunzeln und auf der Bühne andeutungsweise versprühte Sektlaune.

Eine Portion überraschender Situationskomik erfreute das Publikum, etwa bei den von Kalki Schrijvers beschwipst vorgetragenen Mezzosopran-Arien aus den Strauß-Operetten „Eine Nacht in Venedig” und „Die Fledermaus”.

Mit dem flammenden Liebesschmerz-Lied des Spaniers Manuel de Falla und dem exotischen Fächer-Auftritt als Carmen aus der gleichnamigen Bizet-Oper hatte sie weitere vielbeachtete Auftritte.

Sopranistin An de Ridder heimste ihren stärkten Beifall beim Papageno-Papagena-Duett mit Remco Vink und dem weibchenhaft-raffiniert vorgetragenen „Ich bin so unmusikalisch” von Steinbrecher ein.

Tenor Alexander Schröder ließ den alten Herzensbrecher Johannes Heesters beim Auftrittslied „Jetzt geh ich ins Maxims” aus Lehárs „Lustiger Witwe” in jugendgemäßerem Gewand aufleben.

Nach stimmlich abgewogenen und bühnenwirksamen Duetten - köstlich die beiden Männerstimmen beim „Vivat Bacchus” der Mozartschen „Entführung aus dem Serail”, betörend die beiden Sängerinnen beim „Blumenduett” aus Leo Delibes „Lakmé” - versammelte sich das mit Sektgläsern bewaffnete Quartett zum rauschenden Finale.

Mit Melodien aus der „Fledermaus” und Lehárs „Bettelstudent” wurde dann noch ein musikalisches Neujahrs-Feuerwerk abgebrannt.