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Würselen: Schockiert über Streit mit tödlichem Ende

Würselen : Schockiert über Streit mit tödlichem Ende

Auf Rahmen und Wohnungstür klebt ein Polizeisiegel. Die Rollläden an den Fenstern zum Gang im dritten Stock sind heruntergelassen.

Auf dem Schild neben der braunen Holztür stehen zwei Namen. Es gibt kaum Hinweise darauf, dass sich in der Nacht zum Mittwoch in der Wohnung an der Weißdornstraße ein Familiendrama mit tödlichem Ausgang abgespielt hat.

Der Streit zwischen einem 68-Jährigen und seiner 60-jährigen Frau war gegen 23 Uhr eskaliert. Mit einem Messer hatte der Mann schließlich zugestochen. Der Notarzt konnte später nur noch den Tod der Frau feststellen. Der Ehemann soll seine Kinder angerufen haben, die daraufhin sofort die Polizei verständigten.

Der 68-Jährige wurde nach Angaben von Oberstaatsanwalt Robert Deller von den Beamten in Gewahrsam genommen. Schon vor Ort soll er der Polizei Angaben zum Tathergang gemacht haben. Im Polizeipräsidium wurde der 68-Jährige am Mittwochmorgen weiter vernommen.

Insgesamt 27 Mietparteien wohnen in dem großen Block an der Weißdornstraße, vier auf jeder Etage. Im Treppenhaus ist es am Morgen danach still. Die meisten Bewohner sind zur Arbeit, Schule oder Einkaufen gegangen. Auf einem Etagengang sprechen zwei Nachbarinnen miteinander. Sie sind entsetzt über den Vorfall. „Wir wissen oft noch nicht mal, wer hier ein- und ausgeht”, sagt eine der Frauen.

Gesehen hätte sie das Paar nur gelegentlich, obwohl sie selbst schon lange in dem Haus lebe. „Ich wohne schon 13 Jahre hier. Als ich einzog, wohnte das Paar bereits hier”, erinnert sich die zweite Nachbarin. Gehört haben sie beide von dem Streit nichts. Lange sei die Polizei in der Nacht am Tatort gewesen. Als erstes seien der Notarzt- und der Rettungswagen schließlich wieder weggefahren, berichten andere schockierte Nachbarn, die von dem nächtlichen Blaulicht-Aufgebot geweckt worden waren.