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Alsdorf: Schnelle Vermittlung in neuen Job im Blick

Alsdorf : Schnelle Vermittlung in neuen Job im Blick

Nach der spektakulären Ankündigung der Schließung der Halbleiterfabrik Renesas im Industriepark erreichen die Bemühungen, für die 520 Angestellten Beschäftigungsperspektiven zu entwickeln, eine neue Stufe.

Wie Hubert Wehren, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Alsdorf, erklärt, gebe es bis dato zwei konkrete Anfragen von Unternehmen, Mitarbeiter von Renesas zu übernehmen. Namen wollte die Agentur nicht bekannt geben.

„Eine der beiden Firmen stammt aus Herzogenrath und ist wie Renesas im weitesten Sinne im IT-Bereich tätig”, sagt Franz-Josef Emundts, Vermittler für Arbeitgeberkunden bei der Agentur.

Die Firma sei nicht sehr groß, noch im Aufbau begriffen und wolle wohl einen Produktionsstandort in der Region etablieren. Bei dem zweiten Unternehmen handelt es sich um eine Hamburger Firma, die über eine private Arbeitsvermittlung an die Agentur für Arbeit in Alsdorf herangetreten ist. Genaueres wurde nicht bekannt.

„Wir sind im Augenblick erstmal mit der Profilaufnahme der Belegschaft von Renesas beschäftigt”, erklärt Emundts die Aktivitäten der Agentur. Demnach werden derzeit mit den Angestellten Informationsgespräche geführt und Fragebogen verteilt, die es den Arbeitsvermittlern erleichtern sollen, Schlüsselmerkmale der einzelnen Beschäftigten herauszufiltern, um sie dann gezielter vermitteln zu können.

Dabei sei man mit der Belegschaft von Rensas in einer vergleichsweise besseren Lage, als das bei der Schließung von Philips der Fall gewesen sei, wie Hubert Wehren betont: „Die Angestellten von Renesas sind sehr gut qualifiziert und zum größten Teil auch recht jung.”

In der Zwischenzeit stehen die Verhandlungen über den Sozialplan für die Schließung des Werks zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite an. Bis zum Ende der Gespräche können laut Auskunft von Betriebsrat Detlef Herpers noch keine Kündigungen ausgesprochen werden.

Michael Andrae vom Renesas-Management wartet noch auf eine Einladung des Betriebsrats und rechnet nicht vor Anfang Juli mit dem Beginn der Gespräche. Das gibt den Arbeitsvermittlern etwas Handlungsspielraum. „Uns ist daran gelegen, die Belegschaft möglichst ,Job to Job zu vermitteln, also direkt aus dem alten Arbeitsverhältnis in ein neues”, erklärt Franz-Josef Emundts.

Derweil hat das Renesas-Management die Düsseldorfer Firma von Rundstedt und Partner beauftragt, ebenfalls bei der Vermittlung der Belegschaft zu helfen. Die private Unternehmensberatung für Personalmanagement eröffnet am Donnerstag, 1. Juli, auf dem Renesas-Gelände ein Jobcenter.

Hier kann die Belegschaft zum einen persönliche Beratung in Anspruch nehmen. Zum anderen versucht von Rundstedt, vakante Stellen in der Region, aber auch bundesweit ausfindig zu machen. Dabei sieht man sich jedoch nicht in Konkurrenz zur Agentur für Arbeit. „Wir haben ein gemeinsames Anliegen, das wir nur kooperativ lösen können”, sagt Geschäftsführer Christian Jerusalem.

Deswegen hat es nicht nur bereits Gespräche mit der Agentur für Arbeit, sondern auch mit weiteren Arbeitsmarktinitiativen in der Region gegeben. Auch der Betriebsrat hat die Involvierung von Rundstedts abgesegnet.