1. Lokales
  2. Nordkreis

Nordkreis: Schluss mit dem Schlussverkauf

Nordkreis : Schluss mit dem Schlussverkauf

Die Jagdsaison ist eröffnet, zum voraussichtlich letzten Mal aber hat am Montag der Winterschlussverkauf (WSV) begonnen. Zahlreiche Schnäppchenjäger sind in den nächsten zwei Wochen unterwegs, um ultimative Billigbeute zu ergattern.

Doch nach dem neuen Rabattgesetz, das im Frühjahr den Bundestag passieren soll, können sich Händler bald jederzeit Preisschlachten liefern. Dann verschwinden auch die Ausverkaufsklauseln aus dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) - und damit die SSV- und WSV-Schilder aus den Läden. Auch im Nordkreis locken Einzelhändler und Handelsketten mit Preisnachlässen von bis zu 70 Prozent.

Wie das Ende der Schlussverkäufe die Lage in Zukunft beeinflusst, darüber gehen die Meinungen der Geschäftsleute kaum auseinander. „Mir wäre es lieber, wenn wir die Tradition der zeitlich begrenzten Rabattaktionen beibehalten könnten. Das wäre auch für die Kunden vorteilhafter”, glaubt Sylvia Sistermanns, Verkäuferin in einer Baesweiler Boutique.

Einen deutlichen Umsatzrückgang hat der Handel insgesamt zu verzeichnen. Deshalb gab es schon vor dem großen Schlussverkauf reduzierte Preise. „Diese Ware ist jetzt noch einmal heruntergesetzt worden”, erklärt Sistermanns, die die Kaufzurückhaltung der Kunden vor allem mit der Einführung des Euro in Verbindung bringt.

Für „König Kunde” mag der Preiskampf ein Vorteil sein. Kleinere Geschäfte haben das Nachsehen.

„Wir werden im Konkurrenzkampf der großen Geschäfte nicht mithalten können”, befürchtet die Herzogenrather Verkäuferin Sabine Gabnach. Die niedrigen Preise der großen Modeketten mitzumachen, das sei für einen kleinen Laden schlicht unmöglich.

„In diese Schlacht der Großen können wir nicht eingreifen. Für uns wäre es daher besser, wenn die Gesetzesänderung nicht kommen würde. Einige kleine Geschäfte werden mit Sicherheit auf der Strecke bleiben”, sagt Gabnach.

Ob sich der Wegfall des geregelten Schlussverkaufs negativ oder positiv auswirkt, da mag sich Manfred Heil, Filialleiter eines großen Alsdorfer Modecenters, noch nicht festlegen. „Negativ für den Handel waren bisher die Rabattschlachten, die seit letztem Jahr enorm zu genommen haben”, sagt er.

Für die Kunden wird das Angebot insgesamt sehr unübersichtlich. „Für die Unternehmen waren die Schlussverkäufe immer eine gute Gelegenheit, um die Lager zu räumen”, erinnert sich Heil.

Und so geht er davon aus, dass sich Geschäfte in Sachen Rabatte sehr schnell einig werden: „Wenn ein Unternehmen eine Schnäppchen-Aktion beginnt, werden die anderen schnell nachziehen.”