Würselen: „Schleichweg“ zum Krankenhaus soll wieder geöffnet werden

Würselen: „Schleichweg“ zum Krankenhaus soll wieder geöffnet werden

Dass die Straßen rund um das Medizinische Zentrum (MZ), Betriebsteil Marienhöhe, bisweilen übermäßig von Kraftfahrzeugen belastet sind, stellt die Anwohner immer wieder auf die Probe. So ist die Sauerbruchstraße, die die stark frequentierte Oppener Straße mit der Straße „Mauerfeldchen“ verbindet eigentlich eine Anwohnerstraße.

Aber auch nur eigentlich. Denn abgehalten hat das den so genannten „Schleichverkehr“ nie. Mit der zunehmenden Bedeutung des MZ-Standorts nahm der Durchgangsverkehr sogar enorm zu.

Nicht nur bei Taxifahrern war die Abkürzung sehr beliebt. Überdies suchten viele ortsfremde Besucher des MZ immer wieder einen Parkplatz in der Sauerbruchstraße — immer wieder vergeblich. Verschärfend kommt hinzu: Die Ausfahrt auf die Oppener Straße ist nicht ungefährlich. Stadtein- und -auswärts sind viele Fahrzeuge teils mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs.

Verkehrsplaner und Polizei stuften die T-Kreuzung gar als Brennpunkt ein. Die Unfallkommission, die sich Anfang des Jahres vor Ort umgesehen hatte, sah dort Handlungsbedarf. Versuchsweise hatte die Stadt Würselen daraufhin seit Ostern die Straße gesperrt. Doch offenkundig regte sich Widerstand dagegen. Sicherheit hin oder her. Anwohner, die ihre Anliegerstraße sowie die einmündende Virchowstraße mit ihren Autos nur noch Richtung „Mauerfeldchen“ ansteuern oder verlassen konnten, hatten sich im Rathaus über den „unzumutbaren Umweg“ beklagt.

Die jüngste Mitteilung der Stadtverwaltung, nach der Testphase die Sackgasse wieder für den „Anliegerverkehr“, de facto „Schleichverkehr“, in Kürze wieder freizugeben, rief jetzt aber vehemente Befürworter der dauerhaften Sperrung auf den Plan. Sie machen sich sorgen, dass die Sicherheit besonders ihrer spielenden Kinder vor der Haustür der Bequemlichkeit einiger Nachbarn geopfert werden soll.

Zwar soll die Rennstrecke durch das Anbringen von Schwellen oder Kölner Tellern unattraktiv gemacht werden. Derartige verkehrsberuhigende Maßnahmen stellen aber gerade für Radfahrer ein erhöhtes Unfallrisiko dar. Bevor nun „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden, sollte aber auch der Aspekt der Lärmbelästigung unbedingt berücksichtigt werden.

In einem Schreiben an die Anwohner hatte die Stadtverwaltung sich dafür entschuldigt, dass bei Einführung des Verkehrsversuchs die Betroffenen nicht informiert worden seien. Aber auch diesmal scheint es eine Panne bei der Kommunikation gegeben zu haben, da offenkundig nicht alle Anwohner die Post der Stadt mit den angekündigten Konsequenzen aus der Testphase erhalten haben. Darin heißt es: „Zwischenzeitlich liegen nun Reaktionen der betroffenen Anwohner vor.

Die Reaktionen der Gegner oder der Befürworter der Sperrung können nicht in Zahlen gefasst werden, da sowohl schriftliche Eingaben erfolgten als auch zahlreiche telefonische Äußerungen. Es kann aber festgestellt werden, dass der überwiegende Teil sich gegen die Sperrung ausspricht. Andere Anwohner wünschen eine Sperrung an der Straße ,Mauerfeldchen‘ und als dritte Alternative wurde vorgeschlagen, den Bereich als verkehrsberuhigte Zone auszuweisen und geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen zu ergreifen.“ Letztere Alternative mit dem Einbau von Schwellen wird aktuell im Rathaus favorisiert.

Kritische Anwohner wollen sich damit aber nicht „abspeisen“ lassen. Hauptkritikpunkt ist die Tatsache, dass bei einer Öffnung der Straße — völlig egal wie deklariert oder ausgebaut — die von Behörden und Polizei monierte gefährliche Ausfahrt auf die Oppener Straße ganz und gar nicht entschärft worden ist. Hinterfragt werden müsse außerdem das „Abstimmungsergebnis“: Um ein echtes Meinungsbild zu erstellen, müssten schließlich alle Anwohner befragt werden.

Nichtsdestotrotz dürfe der Sicherheitsaspekt auch bei der reklamierten Bürgerbeteiligung niemals ignoriert werden. Der spricht aber für eine dauerhafte Sperrung.