Kinderspielplätze: Schilder zeigen Jugendlichen Grenzen

Kinderspielplätze : Schilder zeigen Jugendlichen Grenzen

In der Stadt Würselen gibt es offenbar doch ernst zunehmende Probleme mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die auf Spielplätzen randalieren. Nun wird sich der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 25. September, Beginn 17.30 Uhr, im großen Sitzungssaal des Rathauses, Morlaixplatz, mit Maßnahmen befassen.

Hatte es noch im Mai auf Nachfrage unserer Zeitung im Zusammenhang mit Problemen in Alsdorf, wo gegenüber Jugendlichen über 14 Jahre Verwarngelder in Höhe von zehn Euro verhängt wurden, seitens der Stadt Würselen geheißen, dass es im Grund genommen das Problem dort nicht gebe, zeichnet die Beratungsvorlage für den Jugendhilfeausschuss nun ein anderes Bild. Würselener hatten sich in der Vergangenheit beschwert. Insbesondere die Spielflächen Stadtgarten, Akazienstraße, Karlsplatz, Starenweg, Dobacher-, Eschen- und Dürerstraße waren von Vandalismus betroffen.

„Teilweise kam es zu erheblichen Verunreinigungen durch Glasscherben, Zigarettenkippen und anderen Müll. Für kleine Kinder sind Verunreinigungen aller Art nicht nur ekelhaft, sondern auch im erheblichen Maß gesundheitsgefährdend“, betont die Stadtverwaltung. Würselens Stadtsprecher Bernd Schaffrath liefert die Auflösung für die vermeintliche Wandlung in der Einschätzung. Die beschwichtigende Auskunft gegenüber unserer Zeitung im Mai beruhe auf der Sichtweise des Jugendamts. Das Ordnungsamt, das die Kinderspielplätze wohl genauer im Auge hat, hat zwischenzeitlich auf die Verhältnisse hingewiesen, wie sie nun für den Jugendhilfeausschuss aufgelistet worden sind, so Schaffrath.

Wie das? Es scheint auch innerhalb der Würselener Verwaltung unterschiedliche Auffassungen zu geben, was Randalieren eigentlich bedeutet. Seitens des Jugendamtes teilte nun ein Kollege mit: „Randalieren geht nach meinem Verständnis mit merklicher Sachbeschädigung und Vandalismus einher.“ Aus Sicht der Beschwerde führenden Anwohner und korrekten Nutzer der Plätze und des Ordnungsamtes wird Randalieren offenbar eher gemäß Standardwerk Duden definiert: „Lärm machen, grölen und dabei andere stark belästigen oder mutwillig Sachen beschädigen, zerstören.“

Wie dem auch sei. Die Stadtverwaltung reagiert, und auch die Arbeitsgruppe „Stadt der Kinder“ hat sich mit dem Thema befasst.

So wurde bereits damit begonnen, Spielplätze im Würselener Stadtgebiet für die jüngeren Kinder mit neuen Schildern zu bestücken, wie zum Beispiel für den Spielbereich an der Dürerstraße. Hier wird in Wort und Bild unter anderem darauf aufmerksam gemacht, dass dort nur Kinder bis 14 Jahre „spielen“ dürfen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Der hintere Teil der Dürerstraße sowie die Skateranlage im Stadtgarten werden ausdrücklich für alle Altersklassen frei gegeben, betont die Stadtverwaltung.

Auf besagten Schildern wird außerdem darauf verwiesen, dass Flaschen und Zigaretten wie auch Hunde verboten sind und die „Benutzung bis Einbruch der Dunkelheit, spätestens bis 19 Uhr“ gestattet ist. Eine Notrufnummer bei Unfällen ist angegebenen, der Hinweis auf den Standort und eine Telefonnummer, die bei Feststellen von Schäden zu wählen ist, fehlt (noch), zumindest an der Dürerstraße.

Auch wenn die Schilder nett bebildert sind, sind sie als Wink mit dem Zaunpfahl gedacht. Die Verwaltung drückt sich so aus: „Durch die Beschilderung haben Ordnungsamt und Polizei bessere Möglichkeiten zu intervenieren, wenn sich Besucher unangemessen verhalten.“ Anders ausgedrückt könnten die Fragen lauten: Kannst Du/Können Sie nicht lesen? Wenn nicht, haben Sie/hast Du nicht die Zeichnungen gesehen?

Derzeit, so Stadtsprecher Schaffrath, können bei Vergehen die Personalien durch den Präsenzdienst festgestellt werden. Im Innendienst des Ordnungsamtes werde dann das weitere Vorgehen festgelegt wie etwa das fertigen einer Anzeige wegen Sachbeschädigung. Ein Verwarnungsgeld wie in Alsdorf könnten die Kollegen in Würselen vor Ort jedoch nicht verhängen, weil dies im Verwarnungsgeldkatalog der Kommune nicht vorgesehen sei. Letztlich sei es eine politische Frage, ob dies der Stadtrat so beibehalten oder ändern will.

In einem sozialen Netzwerk war das Verhängen von Verwarnungsgeld gegen Jugendliche über 14 Jahren, die sich auf Spielplätzen daneben benommen hatten, im Falle von Alsdorf heftig diskutiert worden. Dabei war die Stadt Alsdorf besonders kritisiert worden. Dieses Vorgehen sei ein Armutszeugnis für die Kommune, hieß es unter anderem. Es wurde sogar die Rechtmäßigkeit des Vorgehens des Alsdorfer Ordnungsamtes angezweifelt. Die Behörde stellte klar, dass sie korrekt gehandelt habe und legte nach: Man habe es zuerst mit mündlichen und freundlichen Verwarnungen versucht. Doch das habe nichts gebracht — leider.

Und in Würselen? Seit einigen Wochen sei es wieder ruhiger geworden. Wohl aufgrund intensiverer Nachschau. Schaffrath bestätigt auf Nachfrage: „Seit etwa einem Jahr werden die Spiel- und Bolzplätze durch den Präsenzdienst des Ordnungsamtes verstärkt gerade in den Abendstunden kontrolliert.“

Die Arbeitsgruppe „Stadt der Kinder“, ander auch Mandatsträger beteiligt sind, setzt sich weiterhin dafür ein, dass Jugendliche im öffentlichen Raum ausdrücklich erwünscht sind, so die Verwaltung. Es erscheine aber allen Beteiligten sinnvoll zu sein, die Kinder und Jugendbereiche deutlicher zu trennen — offenbar durch Schilder.