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„Schabernack“ bringt Dornröschen auf die Bühne

Stadthalle Alsdorf : „Schabernack“ bringt Dornröschen auf die Bühne

Schnecki und Sumsi sind zwei lustige Gesellen. Sie bekommen alles mit, was sich rings um das Schloss ereignet, in dem Dornröschen lebt und schläft.

So viele Königssöhne kommen, um in das Schloss gelangen, doch die Dornenhecke hält sie alle von der schönen Prinzessin ab.

Da ist zum Beispiel der Harry aus England, der es probiert. Auch er muss am Ende kapitulieren. Stattdessen entscheidet er sich für Meghan. Das Theater Schabernack bot in der Stadthalle nun zum 15. Mal herzerfrischende Märchenkost für Groß und Klein.

Die Pens lachten sich schlapp über die Versuche der Königssöhne, die Dornenhecke zu bezwingen, die Erwachsenen schmunzelten eher bei der Erwähnung von Harry und Meghan. Schabernack hat sich den Märchen der Brüder Grimm verschrieben und führt diese in eigener Handschrift auf.

Da ist immer die greise Erzählerin, die durch das Märchen führt, und auch Tiere gehören für Schabernack immer mit dazu. Einen Spaß war es alleine wert, die Schnecke und das Sumsi um 100 Jahre gealtert zu sehen. Denn so lange lag Dornröschen ja bekanntlich im tiefen Schlaf. Doch endlich kam der stolze Prinz Philo von Hoengen. Zwar nicht mit übergroßem Mut gesegnet, hatte der Edelmann mit dem schlichten Gemüt das Glück, zur rechten Zeit am rechten Platz zu sein, denn die 100 Jahre, die die böse Fee das Mädchen in Schlaf getaucht hatte, waren soeben um.

Da öffnete sich die Hecke, ohne dass Philo größere Kraftanstrengungen unternehmen musste. Einen besonderen Lacher war der Zwischenruf eines Stöpsels wert, der aus dem Publikum heraus laut vorschlug: „Mit Anlauf!“, was Prinz Philo sogleich befolgte. „Wahrscheinlich hat der Junge das Theaterstück heute früh schon mal gesehen, denn eigentlich gehört es zu unserem Stück, dass Prinz Philo den Vorschlag erhält, mit Anlauf die Hecke zu durchdringen. Grundsätzlich sind wir aber auch Meister im Improvisieren“, erklärt Helga Knisch später lachend, die als greise Erzählerin das Publikum durchs Stück geleitete.

Dreimal an einem Tag führte die Laientheatergruppe, die sich vor Jahr und Tag aus einer Elterninitiative im Ofdener Kindergarten heraus gegründet hatte, das Märchen vom Dornröschen auf, und zwar zu einem kleinen Eintrittsgeld. Denn es liegt den Aktiven am Herzen, dass alle Kinder, gleich welchen Hintergrunds, die Möglichkeit erhalten, das Theater zu besuchen. „Von den Eintrittsgeldern des laufenden Jahres zahlen wir die Miete der Stadthalle für die kommende Jahr“, schildert Helga Knisch.

Die Gruppe setzt sich in der Regel zu Jahresbeginn zusammen und lost aus, welches Stück als nächstes an die Reihe kommen wird. Dann geht es ans Schreiben des Stücks, wofür sich in der Regel fünf bis sechs Aktive zusammenfinden.

Im Sommer folgt die Erstellung der Kulisse, und nach den Sommerferien starten bei Schabernack traditionell die Proben. „Langsam wird es mit Gebrüder Grimm Märchen allerdings eng. Wir müssen ja auch sehen, was für uns machbar ist, was wir in unserem Spiel umsetzen können“, erklärt Nicole Niehus, die „Managerin“, die von Anfang an dabei ist.

Der Lions Club und der Förderverein der Ofdener Grundschule unterstützen die Theatergruppe, die mit so viel Kreativität und Fantasie gesegnet ist. Und so manches Detail, was beim Schreiben mal anders überlegt war, wird später beim Spielen noch verändert, wenn die Figuren lebendig werden und die Kulissen dorthin entführen, wo alles mit den Worten beginnt „Es war einmal“ .

(ust)