Baesweiler: Sauberes Wasser, neue Jobs

Baesweiler: Sauberes Wasser, neue Jobs

Wie eine Keimzelle wächst und gedeiht das städtische Gewerbegebiet. Bereits 480.000 Quadratmeter umfasst das Areal am Arnold-Sommerfeld-Ring, in dem in den vergangenen Jahren rund 3000 Arbeitsplätze entstanden sind.

Eine Zahl, die die Stadt und Bürgermeister Willi Linkens noch einmal deutlich steigern wollen.

Auch aus diesem Grund wird es nun eine Ausweitung des Gewerbegebiets an der Pascalstraße, Ecke Werner-Reinartz-Straße um 150.000 Quadratmeter geben.

Voraussetzung hierzu ist jedoch eine Erneuerung der Abwasserinfrastruktur, die der Wasserverband Eifel-Rur einrichten wird.

„Abwassertechnisch ist bereits eine Infrastruktur vorhanden”, erklärt Willi Linkens, „doch die ist nicht ausreichend. Mit der Erschließung des neues Areals steigert sich beispielsweise durch Straßen und Parkplätze die Fläche, auf die Regen fällt. Und dieses Wasser muss zusätzlich abgeleitet werden.”

Ein bestehendes Regenrückhaltebecken am Arnold-Sommerfeld-Ring wurde bereits entfernt, um dort nun, in einem weiteren Schritt, einen Retentionsbodenfilter zu errichten.

„Hierbei wird ein Drainagesystem auf eine Abdichtung montiert, die wiederum durch eine zirka ein Meter dicke Sand- und Mutterbodenschicht vervollständigt wird”, erläutert der Vorsitzende des Wasserverbands Eifel-Rur, Wolfgang Firk.

Eine Schilf-Bepflanzung sorgt zudem für lockeren Boden. Darin wird zukünftig Niederschlag gereinigt, bevor er durch das Drainagesysten in das Beeckfließ geleitet wird.

„Es ist quasi ein künstlich angelegtes System, das dem natürlichen Wasserfilterungsprozess sehr nahe kommt”, sagt Wolfgang Firk.

Entlastung der Kanalisation

Das so neu entstandene Regenrückhaltebecken erfüllt außerdem die Aufgabe eines Puffersystems, das bei starken Regenfällen zum Einsatz kommt. Kann das Regenüberlaufbecken künftig die Wassermengen nicht bewältigen, wird es in das mit dem Bodenfilter ausgestattete Regenrückhaltebecken geleitet.

Auf diese Weise wird das Kanalisationssystem entlastet und dadurch wiederum ein Überlaufen der Becken der Kläranlage vermieden.

In zwei Jahren soll die Filteranlage in Betrieb genommen werden. Davon veranschlagt Wolfgang Firk jeweils ein Jahr für den Bau des Retentionsbodenfilters sowie den Aufwuchs der Schilfpflanzen - eine kurze Baumaßnahme für mindestens 30 Jahre Lebenszeit.

Die Kosten der Maßnahme betragen 3,5 Millionen Euro, die zu 50 Prozent vom Land NRW bezuschusst werden.

Die restlichen Kosten werden der Stadt Baesweiler, Mitglied im Wasserverband Eifel-Rur, als erhöhter Mitgliedsbeitrag auferlegt. Dafür verspricht Wolfgang Firk nicht nur ein modernes Regenrückhaltebecken, sondern auch eine ansehnliche Schilfmulde, die ein natürliches Umfeld schaffen soll, an dem sich nicht die ansässigen Mitarbeiter erfreuen können.

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