Alsdorf: „Rucksack”-Knirpse sind starke Kicker

Alsdorf: „Rucksack”-Knirpse sind starke Kicker

Der Spracherwerb ist nur die eine Seite. Auch der Sport dient im Förderprogramm „Rucksack” ganz klar der Integration: Rund 80 Mädchen und Jungen von drei bis sechs Jahren haben bei einem Fußballturnier für Kindergärten in der Städteregion um den Titel gekämpft.

In der Sporthalle des Berufskollegs in Alsdorf hatte dabei das Team des Familienzentrums Jahn-straße in Eschweiler die Nase vorn. In einem spannenden Endspiel besiegten die Knirpse die Mannschaft des Alsdorfer Familienzen-trums Eva mit 2:0 Toren nach Verlängerung.

Bereits zum fünften Mal

Bereits zum fünften Mal hatte die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien der Städteregion (RAA) Mannschaften aus den Kitas eingeladen, die an dem Sprachförderprogramm „Rucksack” teilnehmen.

Neun Teams fanden sich in der Sporthalle ein. Zahlreiche Eltern, Großeltern, Geschwister, Erzieherinnen und Freunde feuerten die kleinen Kicker dabei lautstark an. Es war aber auch zu putzig, die Zwerge in ihren großen Trikots und weiten Shorts über das Feld laufen zu sehen. Dabei spielte der Sieg gar nicht immer die entscheidende Rolle. Auch Treffer der gegnerischen Mannschaft wurden von den Spielern bejubelt - hier zählte ganz klar der Spaß an der Sache. Und den gab es reichlich.

Nach der Vorrunde mussten das Familienzentrum Annapark (Alsdorf), das Familienzentrum Alsdorf-Kellersberg, der Katholische Kindergarten St. Josef (Alsdorf), das Familienzentrum St. Sebastianus (Stolberg) und das Familienzentrum Ringstraße (Baesweiler) die Segel streichen. Im kleinen Finale spielte der Kindergarten Franziskus-straße (Stolberg) gegen das Familienzentrum Forianstraße (Alsdorf). Dabei siegten die Stolberger mit 2:0 und landeten somit auf Platz drei. Bei der abschließenden Siegerehrung erhielten alle Kinder Medaillen und Urkunden.

Bereits seit zwölf Jahren gibt es das „Rucksack”-Projekt, in dem Mütter Inhalte in ihrer Muttersprache - etwa im Türkischen - in der Kita erarbeiten und sie zu Hause mit ihren Kindern besprechen und umsetzen. Im Kindergarten fördern Erzieherinnen mit demselben Material die Mädchen und Jungen in der deutschen Sprache. Durch den parallelen Spracherwerb sollen bereits vor der Schule ausreichende Sprachkenntnisse in der deutschen und in der Muttersprache geschaffen und gefestigt werden.

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