Roger Nießen will eine Trendwende in Würselen einläuten

Bürgermeisterkandidat der CDU und Grünen : Roger Nießen will eine Trendwende in Würselen einläuten

Nachdem die Grünen bereits am Freitag ihr Ja gegeben hatten, hat am Samstag auch die CDU für Roger Nießen gestimmt. Er wird als gemeinsamer Kandidat der beiden Parteien ins Rennen um Würselens Bürgermeisteramt gehen.

Es ist die maximale Rückendeckung, die die Grünen und die CDU in Würselen Roger Nießen mit auf den Weg gaben. Beide Parteien beschlossen am Wochenende einstimmig, dass Nießen, der seit 2016 als Beigeordneter in der Stadt der Jungenspiele tätig ist, als gemeinsamer Kandidat bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr antreten soll.

Auf den „Krönungsversammlungen“ gab sich der Bürgermeisterkandidat kämpferisch und sparte auch nicht mit Kritik an der Ratsmehrheit der SPD. „Man bekommt das Gefühl, dass wir rechts und links von unseren Nachbarstädten überholt werden“, mahnte er in Richtung seines Gegenkandidaten Stefan Mix an. Nießen will bei den Wählern mit einem Mix aus grünen und konservativen Themen punkten – dabei kommt ihm sicherlich auch zu Gute, dass es keinen Amtsbonus für seinen Konkurrenten gibt, nachdem Bürgermeister Arno Nelles erklärte, 2020 nicht mehr anzutreten.

Erfahrungen in der Verwaltung konnte Nießen bereits reichlich sammeln: Vor seiner Arbeit als Beigeordneter im Verwaltungsvorstand der Stadt war er in der Heinsberger Kreisverwaltung, bei der Sparkasse Aachen und in der Gemeindeverwaltung Simmerath tätig.

Vor den rund 90 Gästen bei der Mitgliederversammlung der CDU gab er bereits einen Einblick in seine Vorhaben. „Umwelt, Wirtschaft, Stadtentwicklung und Lebensqualität“ stehen für ihn im Mittelpunkt. Ein Sportstättenkonzept, dass die CDU bereits vorstellte, soll umgesetzt werden, der Ausbau von Schulen vorangehen, ein Klimaschutzbeauftragter eingestellt und die Verwaltung digitalisiert werden.

Ebenso wolle er den ÖPNV in Würselen stärken, sowie die Stadt fahrradfreundlicher und grüner gestalten. Im Bereich der Kaiserstraße könnten dann nach seiner Vorstellung Fußgänger und Radfahrer Vorrang bekommen. Maßgeblicher Punkt des neuen Verkehrskonzeptes wäre dann auch die Regio-Tram, auf die in Würselen sehnlichst gewartet wird, um die vielbefahrene B57 zu entlasten.

„Wir wollen eine Trendwende einläuten“, rief Nießen unter großem Applaus aus. Ein Gremium der CDU und der Grünen hatte im Vorfeld nach einem Bürgermeisterkandidaten gesucht und den Beigeordneten gefunden. Unter dem Motto „Wir brauchen lokale Lebensqualität“ will er ebenso ein Augenmerk auf die Stadtteile außerhalb legen.

Als wohnhafter Linden-Neusener habe er einen Blick dafür, was dort passiere und es ist kein Geheimnis, das kleinere Orte in der Region oft mit abziehenden Geschäften und verwaisten Ortszentren zu kämpfen haben. Mit der Entwicklung des Flugplatzes Merzbrück zum Forschungsstandort habe Würselen riesiges Potential, betonte Nießen. Stichwort Potential: Das habe die Stadt ohnehin – jedoch werde es nach Ansicht der Oppositionsparteien viel zu selten genutzt.

„Es gibt nichts Schöneres, als zu gestalten, wo man lebt“, freute sich der gebürtige Würselener und Absolvent des Heilig-Geist-Gymnasiums über die Bestätigung durch die Parteien. Jetzt stehe viel Arbeit vor ihm, um auch die Bürger in Würselen davon zu überzeugen: „Es ist eine tolle Ehre und wir wollen uns nicht verstecken. Ich sehe die Verwaltung in Teilen auch als Unternehmen und ein Unternehmen muss kundenorientiert arbeiten.“

Dafür möchte er besonders die Vereine der Stadt mit ins Boot holen und die Verwaltung deutlich bürgerfreundlicher gestalten, als sie im Moment seiner Ansicht nach ist. „Natürlich kann ich alleine nichts bewegen“, betonte Nießen, der deshalb die grün-schwarze Kooperation mit Verweis auf die gemeinsame Arbeit in der Städteregion ausdrücklich begrüßte. Ziele für seine Zeit als Bürgermeister hat er sich jedenfalls reichlich gesetzt. Ob er die Chance bekommen wird, sie auch umzusetzen, wird sich dann am 13. September 2020 entscheiden.