Herzogenrath: Rodas Sportler setzten sich gegen Rassismus und Gewalt ein

Herzogenrath: Rodas Sportler setzten sich gegen Rassismus und Gewalt ein

„Wir müssen ihnen die Stirn bieten, dürfen keinen Zentimeter zurückweichen!” Dieter Kreuz, Vorsitzender des Stadtsportverbands Herzogenrath, ist ein Freund klarer Worte. Neonazis will er in Sportvereinen auf keinen Fall dulden.

Jegliche rechtsextremistischen Tendenzen sollen im Keim erstickt werden.

Dazu möchten er und seine Mitstreiter im Stadtsportverband die angeschlossenen 52 Sportvereine mit ins Boot holen, per freiwilliger Selbstverpflichtungserklärung. „Einfach wegschauen geht nicht”, sagt auch Manfred Borgs, Geschäftsführer des Stadtsportverbands. „Denn niemand soll einmal sagen können: Davon haben wir nicht gewusst.”

„Kein Platz für Rassismus und Gewalt - Sportler gegen Rechtsextremismus” heißt die Aktion, die der Stadtsportverband ins Leben gerufen hat. Aufrütteln möchten die Akteure, sensibilisieren für die Anzeichen radikaler Tendenzen und für Möglichkeiten der Prävention. Denn Rassismus fängt unspektakulär an: mit vermeintlich harmlosen Witzchen in der Umkleide, mit Ausgrenzung, der ein oder anderen herabwürdigenden Bemerkung.

Ist der Nährboden gelegt, haben Neonazis leichtes Spiel. Der Stadtsportverband aber möchte Rechtsextremisten den „angestrebten Entfaltungsraum in Sportvereinen” gar nicht erst bieten. Vor allem Jugendübungsleiter sollen in die Lage versetzt werden, „rechtsorientierte Jugendliche zu erkennen und den richtigen Umgang mit ihnen zu erlernen”.

Schild fürs Sportheim

Das Projekt ist in Phasen unterteilt, beginnend mit der Selbstverpflichtungserklärung: Durch deren Unterzeichnung legen Vereine dar, dass sie keine Aktivitäten zulassen, „die die Freiheit und Würde des Menschen verächtlich machen, und weder rechts- noch linksextreme, rassistische, antidemokratische oder antirechtsstaatliche Inhalte und Symbole, die im Geist verfassungsfeindlicher oder verfassungswidriger Organisationen stehen”, dulden.

Durch ein Metallschild an den Sportanlagen können Vereine demnächst auch plakativ machen, dass in ihren Reihen ein friedliches Zusammenleben ohne Rassismus oberstes Gesetz ist. Ein eigens erarbeiteter Mustervertrag für die Vermietung von Sportheimen an Dritte soll Vereine zudem vor Missbrauch durch Neonazi-Gruppen schützen. Komplettiert wird das Aktionsprogramm durch Infoveranstaltungen und Schulungen. Dieter Kreuz und Manfred Borgs sind sich der Schwere der selbstgestellten Aufgabe bewusst. Ihr Appell deswegen: „Jeder muss mit anpacken!”

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