Sozialer Wohnungsbau: Richtfest für Projekt an der Pützdrieschstraße

Sozialer Wohnungsbau : Richtfest für Projekt an der Pützdrieschstraße

„Dem Gegenwind für dieses Objekt schon bei den Planung haben wir uns in der Diskussion mit den Protestierenden gestellt und das durchgezogen. Was muss, das muss!“, sagte Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) zum Richtfest eines 19-Familienhauses an der Pützdrieschstraße, das öffentlich gefördert wird und Interessenten mit Wohnungsberechtigungsschein vorbehalten ist.

Eine Bürgerinitiative aus dem Umfeld hatte gegen den sozial gebundenen Wohnraum an dieser Stelle Bedenken erhoben — so unter anderem gegen Bürger bzw. Mieter mit Transferleistungen. Im Bereich der Altgemeinde Hoengen gebe es bereits etliche Sozialwohnungen. „Es ist berechtigtes Interesse der Stadt, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen und dafür auch städtischen Grundbesitz zu nutzen“, betonte Sonders.

Dieter Sandlöbes, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft Alsdorf GmbH (GSG), die für das Bauprojekt verantwortlich zeichnet, machte zudem klar, dass zu der Mieterklientel Familien mit Kindern, aber nur einem Einkommen sowie Rentner mit geringen Altersbezügen zählten. Neben den Projekt an der Pützdrieschstraße entstehen derzeit noch weitere 41 Sozialwohnungen an der Allensteiner Straße, wie Sonders sagte.

Grundsätzlich appellierte der Bürgermeister an die „große Politik“ in Land und Bund, Ziel müsse sein, dass die Bürger nicht mehr als ein Drittel ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben müssten, um noch genügend Geld für die Lebensgestaltung übrig zu haben. Hierzu müssten die Kommunen vor Ort entsprechend finanziell ausgestattet werden und die Rahmenbedingungen stimmen. „Den Wohnungsmarkt darf man nicht sich selbst überlassen.“ Sonders sprach von besonders hoher politischer Brisanz. Der soziale Friede sei sonst in Gefahr.

Die Stadt Alsdorf verfüge gemäß Statistik der NRW-Bank derzeit über rund 2500 preisgebundene Mietwohnungen und sei damit „Vorreiter in der Städteregion“. Alsdorf werde sich zwar weiterhin auch der sozialen Verantwortung stellen, aber in näherer Zukunft das Augenmerk besonders auf das Schaffen von gehobenerem Wohnraum fokussieren, „da hier beim sozialen Wohnungsbau eine gewisse Sättigung erreicht ist“.

Höherwertiges Wohnen entstehe jetzt mit rund 250 Einheiten in Ofden auf den alten Grundstücken von Gymnasium und Realschule, die mittlerweile ins Kultur- und Bildungszentrum nach Alsdorf-Mitte umgezogen sind. Der Bürgermeister sprach von weiteren rund 200 Wohnungen in Blumenrath. In der Stadt finde derzeit ein umfänglicher Wohnungsbau statt, „der seinesgleichen sucht“. Sonders warb um Verständnis, dass angesichts dieses Booms die Bearbeitung von Baugenehmigungen durch die Stadtverwaltung länger dauere als üblich. Die Fachdienste leisteten, was sie könnten.

Bedarf für preisgebundene Mietwohnungen gibt es indes in Alsdorf offenbar weiterhin: Für die 19 sozial gebundenen Wohnungen an der Pützdrieschstraße liegen laut GSG-Geschäftsführer Dieter Sandlöbes bereits 50 Bewerbungen vor. Kein Wunder bei einer Kaltmiete von 5,25 Euro pro Quadratmeter. „Das liegt 30 bis 40 Prozent unter dem Schnitt“, so Sandlöbes. Die GSG investiere an Pützdriesch rund 3,4 Millionen Euro.

Nachdem nun der Rohbau fertiggestellt worden sei, würden die Innenarbeiten zügig fortgeführt. Ziel sei, dass die ersten Mieter im Frühjahr 2019 einziehen.

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