Richard Bier dreht Video im Aquana in Würselen

Videodreh im Spaßbad : Wenn das Aquana mit dem Bierkapitän zur Ballermann-Hochburg wird

Die „Mallorca-Saison” hat unlängst begonnen und auch in der Region hat sich das balearische Wetter mehr oder weniger bereits eingenistet. Nicht nur für die Feierwütigen gehört zu einem zünftigen Urlaub auf der Insel laute Beschallung dazu.

Mit Mickie Krause, Ikke Hüftgold oder Peter Wackel sind die Großen der Branche natürlich auch in diesem Jahr wieder live am Ballermann zu sehen. Aber auch ein gebürtiger Aachener wird in diesem Sommer mit von der Partie sein: Patrick Portnicki alias „Richard Bier” hat seine Liebe zum Schlager gefunden und wurde mit der Unterstützung von Bruder David sein eigener Produzent.

Seit letztem Herbst gibt Portnicki seinen neuen Hit „Bierkapitän” zum besten, mit seiner Debütsingle „Bruce will es” und dem Track „Mama Mallorca” verdiente er sich bereits erste Sporen in der Party-Szene. Zusammen mit Markus Becker („Das Rote Pferd”) hat er den Bierkapitän noch einmal neu aufgenommen. Das entsprechende Musikvideo wurde unlängst im Aquana-Freizeitbad vor der Kulisse des großen Piratenschiffs gedreht.

Die Verantwortlichen des Aquanas um Geschäftsführer Claus Nürnberger waren von der Idee sofort begeistert. In Absprache mit der Stadt Würselen, die als Gesellschafter fungiert, konnte die Drehgenehmigung schnell erteilt werden. „Es handelt sich hier um ein ganz neues Themenfeld, das das Aquana beschreitet. Es ist spannend und wir freuen uns sehr auf das Ergebnis”, erklärte Nürnberger im Vorfeld.

Die zusätzliche Arbeit für die Belegschaft hielt sich dabei in Grenzen, die Mannschaft von Produzent Olliver De Ville („Villa Productions”), der die Produktion für Schlagerstar Markus Becker übernahm, kamen technisch bestens ausgestattet in der Düvelstadt an.

Die Promoter waren unter anderem im Netz auf das Aquana aufmerksam geworden. Dass auch Becker die Region aufgrund von zurückliegenden Auftritten bestens kannte, war ein zusätzlicher Pluspunkt. „Markus und ich haben uns vor etwa zwei Jahren im Saarbrücker Karneval kennengelernt und angefreundet”, erzählte Bier auf Nachfrage. Becker erklärte sich gerne bereit, den Neuling durch das Duett zu pushen.

Musikalisch war und ist Portnicki seit seinem 14. Lebensjahr eigentlich in einem Genre beheimatet, der wenig mit dem Ballermann-Schlager zu tun hat: Rock und Metal. Mit der Band „Start a revolution” tourte er bereits durch Russland und das Vereinigte Königreich. Seine Bandkollegen „ärgerte” der Sänger laut eigener Aussage des öfteren mit Darbietungen von Mickie Krause. Im vergangenen Sommer wagte er den großen Einschnitt, kündigte seinen Job als Account-Manager im Vertrieb und gründete zusammen mit Bruder David das Label „Geile Mucke Records”.

Bewusst hatten sich die Brüder dagegen entschieden, die ersten eigenen Tracks bei einem der etablierten Konkurrenten zu veröffentlichen. Offiziell ist er übrigens immer noch Bandmitglied, allerdings hat er um eine Auszeit gebeten. Der Schritt vom Angestellten zum selbstständigen Labelchef, Songwriter und Produzenten sei ihm alles andere als leicht gefallen. Bereut habe er es aber zu keinem Moment.

Das Rampenlicht auf der Bühne kannte er als Musiker bereits – als er im vergangenen Jahr vor 600 Gästen in der saarländischen Discothek „Flash” in Sankt Wendel zum ersten Mal als Richard Bier auftrat, war das Herzklopfen dennoch groß. „Man muss ein großes Selbstvertrauen haben, schließlich will man die Menschen zum feiern bringen”, erklärt er.

Andreas Müller, Bereichsleiter im Spaßbad und selbsternanntes „Mädchen für alles”, koordinierte seitens des Aquanas die Dreharbeiten. Der normale Badebetrieb wurde weitergeführt, lediglich das Kinderbecken rund um das Schiff wurde für etwa drei Stunden gesperrt.

Online waren Komparsen angeworben worden, die im Video die „Feiermeute” darstellen. Hierzu gehörten auch Lisa Klein und Fabienne Deutschle aus Eschweiler. Für die beiden war es die erste Teilnahme an einem derartigen Projekt: „Wir sind sehr gespannt. Mal schauen, was passiert, es macht auf jeden Fall sehr viel Spaß.“ Auch Markus Becker, in der Vergangenheit schon oft in den Discotheken „Berks” (Würselen) und „Starfish” (Aachen) auf der Bühne, freute sich über die Rückkehr ins Grenzland: „Schon während der Anreise fühlte sich alles sehr vertraut an. Ohne die rheinische Mentalität gäbe es wohl auch keinen Ballermann-Kult.”

Der „Bierkapitän”, der nicht nur aus Sicht von Becker durchaus Sommerhit-Potential hat, sei für ihn ein Song, der einen hohen Wiedererkennungswert hat. Bier merkte an, dass er für den Liedtext nur etwa eine halbe Stunde brauchte. Dass die Produktion in diesem Musikgenre jedoch schnell und ohne allzu großen Aufwand geschehen könne, sei ein großer Trugschluss.

Die Verwaltungsarbeit im Hintergrund mache den Löwenanteil in seinem Alltag aus. Als „Quereinsteiger” sei es besonders wichtig, ein intensives Studium der Grundlagen in Eigenregie vorzunehmen. Für den Erfolg gelte grundsätzlich: „Du musst mehr büffeln und ackern, als die Konkurrenz.” Sein kreatives Geheimnis wollte er jedoch schmunzelnd nicht verraten: „Ich möchte niemandem den Spaß nehmen es selbst auszuprobieren und herauszufinden. Habt Mut.”

Sowohl die Solo-Version als auch die Duettversion des „Bierkapitäns” gibt es auf allen gängigen Musikplattformen. Das Musikvideo aus dem Aquana ist auf Youtube zu sehen unter dem Titel „Markus Becker & Richard Bier - Bierkapitän (Offizielles Musikvideo)”.

Mehr von Aachener Zeitung