Rhein-Maas Klinikum Rettungshubschrauber Würselen

Würselen: Rettungshubschrauber auf Kollisionskurs mit Krähen?

Weil an der Straße Mauerfeldchen neben einem bereits fertiggestellten neuen Ärztehaus ein weiteres Gebäude errichtet wird und dafür hohe Kräne installiert werden müssen, soll der Rettungshubschrauber seine Anflugroute auf das Rhein-Maas Klinikum ändern, um die Abstandsvorgaben der Luftaufsicht einzuhalten.

Darüber hat jetzt Manfred Schmitz-Gehrmann (Bauamt) die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung informiert. Der Anflug des ADAC-Rettungsfliegers soll dann aus Richtung Gewerbegebiet Kaninsberg erfolgen. Die Baumaßnahme dürfte etwa ein Jahr dauern.

Eigentlich eine nachvollziehbare und unproblematische Nachricht, — mal davon abgesehen, dass in naher Zukunft andere Anwohner dem Fluglärm ausgesetzt sind. Aber es geht darum, durch Lufteinsätze Menschenleben zu retten.

Diese Mitteilung rief allerdings den sachkundigen Bürger Dr. Eike Lange auf den Plan. Der Vorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Bereich Aachen-Land, wies auf eine nahe gelegene Krähenkolonie hin. Die Vögel könnten dem Helikopter aufgrund der geänderten Anflugrichtung in die Quere kommen. „Ich weiß nicht, was mit dem Hubschrauber geschieht, wenn die Rotorblätter Krähen schreddern.“ Ohnehin habe er die Krähen in größeren Gruppen des öfteren auf dem Flachdach des Krankenhauses gesichtet. Schmitz-Gehrmann will diesen wichtigen Hinweis an die Luftaufsicht weiterleiten.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Lange, dass sich die Kolonie der Saatkrähen am Rande des Neubaugebiets Kapellenfeldchen unweit des Kreisverkehrs der Hauptstraße befindet, der auch der Erschließung des Gewerbegebiets dient. In den Kronen alter Pappeln, die dort in Reihen stehen, seien im vergangenen Jahr 162 Nester gezählt worden. „Das ist die größte Population im Umfeld, einschließlich Aachen.“ Trotz der nahen Bautätigkeit habe sich die Kolonie nicht verkleinert.