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Rettungsdienst: „Qualität bleibt erhalten”

Rettungsdienst: „Qualität bleibt erhalten”

Kreis Aachen. Rechtlich ist der Streit um den Rettungsdienst im Kreis Aachen seit August beendet.

Und auch in der Praxis hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit dem Neujahrstag „problemlos” - wie dessen Geschäftsführer Peter Timmermanns betont - die alleinige Trägerschaft der Notarzt- und Rettungswachen in Würselen (bislang Johanniter), Monschau (bislang Rettungsdienst Schmitz) und Simmerath (bislang DRK und Malteser) übernommen.

Doch mit den Johannitern, die weiterhin die Rettungswache in Herzogenrath betreuen, kartet jetzt ein Unterlegener des Ausschreibungsverfahrens noch einmal nach.

Bereits im Sommer hatten unter anderem die Johanniter die Ordnungsmäßigkeit des Verfahrens über den Auftrag in Höhe von rund elf Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre beanstandet.

Doch die Vergabekammer der Kölner Bezirksregierung wies die Beschwerde, es habe Mauscheleien gegeben, ab.

Tenor der neuerlichen Attacke von Seiten des Johanniter-Vorstands Martin Lochter gegenüber DRK und Kreis Aachen: Er hofft, „dass bei zukünftigen Ausschreibungen rettungsdienstlicher Leistungen Qualitätskriterien von vorne herein eine stärkere Berücksichtigung finden”.

Zudem greift Lochter das DRK an, indem er behauptet, die Organisation würde etwa im Bereich von Rettungsassistenten „Billiglöhne” zahlen.

Was dem DRK im Umkehrschluss das günstigste Angebot gebracht hat. Ob damit „auf Dauer die notwendige Qualität der Arbeit sicherzustellen ist”, werde die Zukunft zeigen.

Die Johanniter würden dem DRK aber mit „Rat und Tat zur Seite stehen, wenn das gewünscht wird”, schließt Lochter die Stellungnahme süffisant.

DRK-Geschäftsführer Peter Timmermanns hält die Vorwürfe für „eine bodenlose Unverschämtheit”. Seit Jahrzehnten sei das DRK im Rettungsdienst engagiert und nach den Feuerwehren auch vor Jahresbeginn bereits der zweitgrößte Anbieter im Kreis gewesen. Und das mit „hoher Qualität”, sagt Timmermanns - was auch für die Johanniter gelte.

Das bestätigt auch Marlis Cremer, Leiterin des Amtes für Rettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises: „Aus jahrzehntelanger Erfahrung haben wir bei der Ausschreibung unterstellt, dass alle Bewerber qualifiziert arbeiten.”

Und Timmermanns betont: „Die Bürger können sicher sein, dass auch in Zukunft die gleiche oder sogar eine bessere Qualität der Versorgung geleistet wird.”

Dass dies gerade auch durch einen Mix aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern gewährleistet werde, sei „ein völlig zulässiges Verfahren” - wenn die vorgeschriebene Quote der Ehrenamtler von maximal 30 Prozent nicht überschritten werde. „Und wir überschreiten die Grenze bei weitem nicht.”

Die Ehrenamtler seien unverzichtbar, zudem „hoch motiviert und hoch qualifiziert”, sagt Timmermanns, der sich auch gegen den Vorwurf der Dumpinglöhne wehrt: „Unsere Gehälter orientieren sich am Bundesangestellten-Tarif.”

Und dass die bei der Ausschreibung eingereichte Preiskalkulation nicht aus der Luft gegriffen sei, verstehe sich von selbst. Timmermanns: „Ich habe keine Lust, an diesem Angebot pleite zu gehen.” Zudem sei das Angebot von einer anerkannten Unternehmensberatung als mustergültig anerkannt worden.

Unterstützung findet Timmermanns bei Dr. Klaus Winkelmann. Der ehemalige Vorstand der Johanniter, der im Sommer zurückgetreten ist, hält Lochters Angriff „für ein unfaires Nachtreten”, gar für „üble Nachrede”. Am Ausschreibungsverfahren, an dem er zeitweise beteiligt war, gebe es nichts auszusetzen.

Trotz der Querelen, die auch dazu führten, dass die Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst/Krankentransport der vier Anbieter im Kreis Aachen zunächst handlungsunfähig und zum Jahresende aufgelöst wurde, ist Timmermanns optimistisch. Denn in der praktischen Arbeit habe es - wie die Übernahme der drei Wachen zum Jahreswechsel zeigte - nie Probleme gegeben.