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Würselen: Retten und Löschen in der Fabrik-Ruine geübt

Würselen : Retten und Löschen in der Fabrik-Ruine geübt

Rauchwolken bilden sich am frühen Abend über dem Singergelände an der Bahnhofstraße in Würselen. Aus einem zerplatzten Fenster im Obergeschoss steigt Qualm auf. Ein Chor aus Martinshörnern ertönt in der Ferne. Acht Fahrzeuge der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) eilen heran.

Doch es handelt sich nicht um einen Notfall, sondern um die Jahreshauptübung der Feuerwehr. Der Löschzug Würselen- Mitte und die Jugendfeuerwehr hat in Kooperation mit dem Löschzug Aachen-Verlautenheide sowie dessen Jugendfeuerwehr und dem MHD und DRK seine jährliche Hauptübung absolviert. Die Leitung hatte der Löschzugführer und Brandinspektor Ulrich Grossmann.

Ein rettender „Sprung“

Bei dem vorgegebenen Szenario handelt es sich um einen Dachstuhlbrand mit mehreren vermissten Personen. Niemand weiß, wie viele Personen sich in dem Haus befinden. Die 65 Einsatzkräfte teilen sich auf, um das Gebäude systematisch zu durchsuchen. Eine Gruppe geht durch das Treppenhaus und die andere Gruppe steigt mit Hilfe einer Leiter direkt im dritten Stock in das Gebäude ein. Alle, die das „brennende“ Gebäude betreten, tragen dabei eine Atemschutzmaske. Währenddessen werden um das Gebäude herum Löschschläuche verlegt und angeschlossen.

Ein circa 4 x 4 Meter großes Rettungskissen wird vor dem Haus aufgeblasen. Die erste Person (eine lebensgroße Puppe) wird im Treppenhaus gefunden. Das Team sichert für das Opfer den Weg nach draußen, wo es von Mitgliedern des MHD versorgt wird. Eine weitere vermisste Person wird im Obergeschoss gefunden. Sie muss das Gebäude durch einen rettenden „Sprung“ auf das riesige Luftkissen verlassen. Auch die zweite Puppe wird vom Rettungsdienst bei der Übung erstversorgt. Jetzt ist das Gelände gesichert und alle Personen in Sicherheit. Nun können die Lösch- und Aufräumarbeiten beginnen.

Nach zwei Stunden ist alles vorbei

Die Jahreshauptübung hat Brandinspektor Manfred Meyer ausgearbeitet. Er hat das Szenario so realistisch wirken lassen, dass einige Anwohner zusätzlich die Polizei riefen. Der Löschzug erklärte den eintreffenden Polizisten, dass es sich um eine Übung handle. Auch eine große Menschenmenge ließ sich das Treiben nicht entgehen und verfolgte jeden Schritt der Retter.

Damit auch Laien alles nachvollziehen konnten, wurde das Geschehen von Stadtbrandinspektor Ralf Jüsgens moderiert. Zwei Stunden später war die Übung vorbei und alle Gerätschaften wieder verstaut. Jeder Schritt wurde schnell und gekonnt ausgeführt. Auch die Kleinsten packten tatkräftig an und trugen somit zu einer gelungenen Jahresübung bei.