Herzogenrath: Retrospektive von Hanns Pastor im Eurode-Bahnhof

Herzogenrath: Retrospektive von Hanns Pastor im Eurode-Bahnhof

„Ein Bild äußert sich nur in Farbe und Form“, stellte einst Hanns Pastor fest. Eine Retrospektive des großen Künstlers ist jetzt im Forum für Kunst und Kultur im Eurode-Bahnhof zu sehen.

Gezeigt werden Werke des 2009 verstorbenen Malers und Bildhauers, dem als einem der ersten regionalen Kunstpioniere nach dem Zweiten Weltkrieg in den Fünfziger und Sechziger Jahren zusammen mit Künstlern wie Fritz Martin, Karl Fred Dahmen, Hubert Weiden der Anschluss an die internationale Kunstentwicklung gelang. Gemeinsam bildeten sie die so genannte „Neue Aachener Gruppe“.

Zurückhaltende Farbigkeit

„Bildermachen ist absichtsloses Tun, sie soll nicht Abbild, sondern Sinnbild sein“, sagte Pastor einmal und wies damit auf das Entstehen von Bildern ohne jegliche Vorzeichnung hin. Vor allem in seinen frühen Werken fällt die zurückhaltende Farbigkeit auf. Eine dunkle, erdige Farbskala bestimmt die Bildstimmung.

Hanns Pastor wurde 1917 in Jülich geboren. Er war Autodidakt und lebte und arbeitete in Köln, Stolberg und zuletzt in Aachen, wo er 2009 gestorben ist. Von 1955 bis 2009 war er in Aachen als Kunsterzieher und freischaffender Künstler tätig. Bereits in jungen Jahren hatte sich der in Köln aufgewachsene Pastor der Malerei zugewandt, erste Werke 1939 beim Kölner Kunstverein ausgestellt.

Dann wurde er zum Militärdienst einberufen und absolvierte ein zwischenzeitliches Medizinstudium, was einen Einsatz als Feldarzt nach sich zog. Aufgrund der schrecklichen Erlebnisse des Krieges wandte er sich vollkommen von der Medizin ab und wieder ganz der bildenden Kunst zu.

Starke Akzente gesetzt

1947 zog er zu seiner Lebensgefährtin nach Stolberg, wo er Nachbar von Maler Karl Fred Dahmen wurde. Der künstlerische Austausch inspirierte ihn. Er fand seinen ganz eigenen Stil, gründete später mit Fritz Martin, Jupp Kuckartz und Peter Lacroix die „Gruppe 65“, die in mehreren Jahresausstellungen im Aachener Suermondt-Ludwig-Museum starke Akzente setzte.

Bei der Vernissage freute sich des Künstlers Witwe Helga Pastors mit Forumsleiter Professor Fritz G. Rohde über das Andenken an ihren verstorbenen Mann. Kurator Günter Perplies hat eine gute Auswahl aus dem Lebenswerk getroffen. Kunstexpertin Helga Scholl vom Raum für Kunst in Aachen gab eine Einführung in das Lebenswerk des Malers.

(nina)
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