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Alsdorf: Renesas: 300 Mitarbeiter demonstrieren

Alsdorf : Renesas: 300 Mitarbeiter demonstrieren

Gut 300 Menschen haben am Montagnachmittag vor den Toren der Renesas-Produktionsstätte in Hoengen gegen die von der japanischen Mutter beschlossene Schließung des Werks protestiert.

In erster Linie waren es Belegschaftsmitglieder, die dann mit Holzkreuzen zu dem nahe gelegenen Kreisverkehr zogen, an der Spitze Betriebsratsvorsitzender Detlef Herpers. Dort wurden die Kreuze rund um die grüne Kreisel-Insel in den Boden gerammt. Auf den Kreuzen war in der Regel das Eintrittsdatum des jeweiligen Beschäftigten vermerkt und das Datum des Tages, an dem der Schließungsbeschluss bekannt gemacht wurde, der 16. Juni. 520 Arbeitsplätze sind bei Renesas von der Schließung betroffen.

„Wir wollen nicht unsere Arbeitsplätze beerdigen. Wir suchen einen Investor”, erklärte Franz-Josef Zidar, bei Renesas der Leiter zweier Produktionsstätten, den Sinn der Aktion. Auf seinem T-Shirt stand der durchaus ironisch gemeinte Spruch zu lesen: „Supervisor in liebevolle Hände abzugeben.”

„Das ist ein riesiger Vertrauensbruch”

Bürgermeister Wolfgang Schwake war gekommen, um seine Solidarität zu dokumentieren. Auch Aachens DGB-Chef Heinz Kaulen war zur Stelle und sprach aus, was viele wohl dachten: „Das ist Kapitalismus pur.” Und der SPD-Landtagsabgeordnete Hans Vorpeil empörte sich: „Das ist ein riesiger Vertrauensbruch, wie er schlimmer nicht sein kann.” Er konnte sich noch sehr genau an die Gespräche erinnern, als es darum ging, die Firma, damals noch unter dem Namen Mitsubishi, hier anzusiedeln. Jetzt hofft Vorpeil, dass NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau (SPD) etwas bewirken kann. Am kommenden Freitag trifft sich der Minister mit der Konzernspitze.

Solidarisch zeigte sich auch Josef Weidenhaupt, Vorsitzender der KAB in Busch. Auch der Buscher Rentner Gustav Schmidt hatte sich mit Gesinnungsgenossen eingefunden. Er weiß, wie den Beschäftigten zumute ist: „Wir haben das damals mit dem EBV mitgemacht.”

„Andere sagen Betrug dazu”, sagte Gewerkschaftssekretär Karl Panitz aus Aachen mit Blick auf die gewährten Fördermillionen. Er kann sich die Einstellung der Manager vorstellen: „Was kümmert uns der Mensch? Nichts!”