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Im Vorfeld der Bundestagswahl: Relevante Frauenthemen stehen zur Diskussion

Im Vorfeld der Bundestagswahl : Relevante Frauenthemen stehen zur Diskussion

Das Frauennetzwerk lädt zu einer digitalen Veranstaltungsreihe im Vorfeld der Bundestagswahl ein. Themen sind Frauengesundheit, Wohnen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Auch über den künftigen Kurs in der Frauen- und Gleichstellungspolitik wird bei der kommenden Bundestagswahl entscheiden. „Und darüber, ob Frauen eine eigenständige Existenzsicherung gelingen kann oder nicht“, konstatieren die Akteurinnen des Frauennetzwerks Städteregion Aachen. Sie haben deswegen eine Online-Veranstaltungsreihe mit drei moderierten Diskussionsrunden initiiert. Zu aktuell relevanten Themen der Gleichstellung sind parteipolitische Vertreter und Vertreterinnen eingeladen ins Gespräch zu kommen. Folgende Parteien haben ihre Teilnahme zugesagt und werden bei allen drei Gesprächsrunden dabei sein: CDU, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, Die Linke und die FDP.

Die Termine sind: „Frauengesundheit“ am Dienstag, 10. August, online von 17 bis 18.30 Uhr; „Wohnen“ am Dienstag, 17. August, online von 17 bis 18.30 Uhr; „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ am Dienstag, 24. August, online von 17 bis 18.30 Uhr.

Die Veranstaltungen werden über Zoom stattfinden, um Anmeldung unter info@frauennetzwerk-aachen.de wird gebeten. Anmeldeschluss ist jeweils zwei Tage vorher (8./15./22. August). Hier die Themen im Detail:

Frauengesundheit

Im Gesundheitsbericht 2020 des Bundes wird auf die gesundheitliche Lage der Frauen in Deutschland eingegangen. Hier werden die geschlechtsspezifischen Besonderheiten dargestellt, zum Beispiel sind Frauen häufiger von Muskel- und Skelett-Erkrankungen- vor allem Arthrose, Osteoporose und rheumatoide Arthritis- sowie eine Reihe psychischer Erkrankungen wie Depression, Angststörungen und Essstörungen betroffen. Einen großen Einfluss auf die Lebensqualität von Frauen haben gutartige gynäkologische Erkrankungen, hiermit sind zum Beispiel Myome und Gebärmuttersenkungen gemeint.

Warum bezeichnen zum Beispiel Frauen ab 65 Jahren zur Hälfte nur ihren allgemeinen Gesundheitszustand als gut bzw. sehr gut. Was kann verändert werden? Warum berichten arbeitslose Frauen häufiger von körperlichen, psychischen oder funktionalen Beschwerden als erwerbstätige Frauen? Besteht hier ein Handlungsbedarf? Warum bewerten Frauen mit Migrationshintergrund ihren Gesundheitszustand schlechter? Was kann aus politischer Sicht für Frauen auf den Weg gebracht werden, damit alle Schichten (Frauen) sich besser versorgt und gesünder fühlen?

Wohnen

Wohnen ist ein Menschenrecht und doch ist gerade die Frage nach bezahlbarem Wohnraum eine gravierende. Die Situation im Wohnungsmarkt spitzt sich schon lange zu, obwohl auch viele Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen wurden. Dennoch ist es für sehr viele Menschen schwer bezahlbaren Wohnraum, der ihren Lebensumständen entspricht, zu finden. Die Mieten und auch die Mietnebenkosten sind hoch, so dass es Geringverdienende besonders hart trifft, aber auch für Familien, Alleinerziehende, Migrant*innen, Studierende und ältere Menschen stellt sich die Situation als schwierig dar. Besonders gilt dies für Alleinerziehende mit Kindern, Frauen mit geringem Einkommen und ältere Frauen.

Auch heute sind Frauen im Alter wesentlich schlechter finanziell abgesichert, zum Beispiel aufgrund geringerer Einkommen, fehlender Rentenbeitragszeiten wegen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder auch wenn der/die Ehepartner*in verstorben ist und ihnen nur noch 60 Prozent der Rente aus der Ehe zur Verfügung stehen. Es fehlt an bezahlbarem, den Lebensbedürfnissen entsprechendem Wohnraum, damit man nicht nur für die Miete arbeitet.

Vereinbarkeit von Familie & Beruf

Kinderbetreuung und Sorgearbeit liegen immer noch stark in der Verantwortlichkeit von Frauen. Eine bedarfsorientierte und flexible Kinderbetreuung ist somit für die Ausübung von (Frauen-)erwerbstätigkeit zentral. Viele Frauen arbeiten außerhalb der regulären Betreuungszeiten wie zum Beispiel im Einzelhandel und in der Pflege. Sie sind damit auf Betreuungsmöglichkeiten in den Randzeiten angewiesen. Fehlende und zu teure Kinderbetreuung, gepaart mit Fehlanreizen wie beispielsweise das Ehegattensplitting, führen bei vielen Frauen in die Teilzeit oder den Minijob. Dies mit den bekannten Folgen für spätere Karriereoptionen und Rentenzahlungen.

Die angesprochenen Themen sollen diskutiert werden und herausarbeiten, wie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestaltet werden kann.

(red)