Regionalmeisterschaft im Rennrutschen im Aquana in Würselen

Regionalmeisterschaften im Rennrutschen : Das läuft einfach wie geflutscht...

Genau neuneinhalb Sekunden brauchte Benjamin Ensminger für die 25 Meter der Wasserrutsche „Black Hole”. Neben dem Bahnrekord wartete auf den strahlenden Sieger auch gleich eine Einladung zu den Deutschen Meisterschaften im Rennrutschen – das Aquana Freizeitbad war zum zweiten Mal in Folge Ausrichter des regionalen Wettkampfes, der gleichzeitig als Qualifikation für die Bundesebene diente.

40 Teilnehmer versuchten sich an der Rutschpartie in völliger Dunkelheit im Dachgewölbe des Würselener Spaßbads. Für den „4. Deutschland-Cup im Rennrutschen” im November im niedersächsischen Bad Lauterberg qualifizierten sich außerdem Benjamins Vater Gerd sowie in der Frauenklasse Ailen de Boer und Ina Wedel. Die besten Zeiten in der U15-Wertung erzielten Tieme de Boer, Lars Franzen und Taeke de Boer.

Zeitmessung per Lichtschranke

Nachdem sich bei der Premierenausgabe im vergangenen Jahr der ein oder andere Hochkaräter des „Wasserrutschensports” auf die Teilnehmerliste „geschlichen” hatte, standen am gestrigen Sonntag die Newcomer im Vordergrund. Die Anmeldelisten lagen erst am Wettkampftag aus, Interessierte konnten sich spontan entscheiden.

Unterteilt in drei Klassen (Männer, Frauen, Jugend bis 15 Jahre) hatte jeder Teilnehmer drei Versuche. Von den drei genommenen Zeiten wurde die schlechteste gestrichen, die beiden besten addiert. Die Gesamtzeit entschied über die Endplatzierungen.

Technisch bot das Aquana seinen Gästen ideale Bedingungen: Per Lichtschranke wurden die Bahnzeiten auf die Hundertstelsekunde genau erfasst. Die Anfrage des Deutschen Rennrutschverbands e.V. zur Ausrichtung der hiesigen Regionalkämpfe hatte Aquana-Geschäftsführer Claus Nürnberg gerne angenommen. Bereichsleiter Andreas Müller übernahm zusammen mit drei Kollegen die Wettkampfleitung. Akribisch wurde über die Einhaltung des vorgegebenen Regelwerks gewacht.

Gerd Ensminger zeigt am Rücken seines Sohnes Benjamin, dass für einen minimalen Bahnkontakt nur die Schulterblätter aufliegen dürfen. Foto: Yannick Longerich

Am hochgelegenen Startpunkt wurde die „Ausrüstung” der Rutscher geprüft, Badekleidung war Pflicht, etwaige Schmiermittel wie Shampoo oder „Spülmittel” standen natürlich auf der schwarzen Liste. Über Telefon standen die vier Kollegen in Kontakt, am PC wurden die Zeiten notiert und verrechnet.

Während die jungen Teilnehmer unter 15 Jahren deutlich in der Überzahl waren, trauten sich leider insgesamt nur zwei Damen auf die Rutsche.

Benjamin Ensminger (25) und sein Vater Gerd (65) waren gar aus Siegburg angereist, um sich mit den Aachener Kollegen zu messen. Beide kennen das Aquana aus einigen Besuchen in der Vergangenheit und nahmen bereits im Kölner Raum an einer Regionalmeisterschaft teil. „Es geht nicht ohne unentwegte Übung. Bei der idealen Körperhaltung beim Rutschen werden viele unterschiedliche Muskeln beansprucht”, erklärte Benjamin seinen Sport.

Beide sehen die „Drei-Punkt-Stellung” als ideale Rutschposition an – lediglich die Schulterblätter und eine Ferse berühren die Bahn und minimieren so den Widerstand. Anfänger täten sich schwer mit der Balance-Findung. „Die Muskelbeanspruchung ist hier ähnlich wie beim Badminton”, erkannte Benjamin schmunzelnd.

Die Ringerabteilung des TuS Aldenhoven bildete die größte Fraktion im Teilnehmerfeld und hatte sichtlich Spaß am Rennrutschen. Foto: Yannick Longerich

Die Ringerabteilung des TuS Aldenhoven gehört seit Jahren zu den Stammgästen im Würselener Schwimmbad. Da lag es für den Trainer Mohamed Zeggai nahe, auch gleich mit der gesamten Truppe am Wettbewerb teilzunehmen. Zusammen mit seinen Trainerassistenten, begleitenden Eltern und den Jugendringern ging der TuS auf Zeitenjagd. Bei den Kids stand natürlich der Spaß im Vordergrund, trotzdem wurden beachtliche Ergebnisse erzielt. Der Abstand zur Spitze betrug im Schnitt nur eine knappe Sekunde.

Die Begeisterung für den „Rennrutsch-Sport” soll auch in Zukunft im Aquana geschürt werden. An jedem letzten Sonntag im Monat wird die „Aquana-Meisterschaft” auf der Black Hole ausgetragen.

Auch während der „Langen Sauna-Nacht” (nächster Termin: Freitag, 7. Juni, 19 bis 1 Uhr) wird die Rutsche zu einem kleinen Wettbewerb geöffnet sein. Hier werden jedoch die Richtlinien des Verbandes bewusst gebrochen: Das Rutschen findet im FKK-Stil statt.

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