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Alsdorf: Rechtsrock bei „Bunt statt braun” entlarvt

Alsdorf : Rechtsrock bei „Bunt statt braun” entlarvt

„Bunt statt braun”, das Bündnis gegen Rechtsextremismus in Alsdorf, hatte gemeinsam mit der VHS Aachen Nordkreis in die Burg zu einem Informationsabend zum Thema „Rechtsrock” eingeladen. Dr. Manfred Schmitz, Politik und Medienwissenschaftler an der RWTH-Aachen, hatte dazu interessante Fakten zusammengestellt.

Zum Vortrag gekommen waren neben einigen interessierten Bürgern auch Anhänger der rechten Szene selbst, von denen einige immer wieder versuchten, dem Politikwissenschaftler ins Wort zu fallen. Offenbar hatten diese sich vorher abgesprochen, um möglichst stark auf der Veranstaltung vertreten zu sein. Schmitz meisterte den Vortrag aber mit Bravour und informierte umfassend zu dem Thema.

Bereits der geschichtliche Hintergrund dürfte den einen oder anderen Zuhörer überrascht haben: Die Wurzeln des Rechtsrock beziehungsweise der Skinheadszene lägen, so betonte Schmitz, gar nicht in der rechtsextremen Szene selbst. Vielmehr seien die ersten Skinheads, insbesondere in England, multikulturell organisiert gewesen und gehörten zur so genannten Ska- und Reggaeszene, waren also insofern eng mit Jamaikanern und anderen Immigranten in Großbritannien verbunden.

Erst nach einer längeren Entwicklungszeit sei die Szene dann in den Rechtsradikalismus und die Fremdenfeindlichkeit übergeschwenkt.

Mit vielen Text und Musikbeispielen zeigte der Politikwissenschaftler dann die Klischees und Mittel auf, deren sich die rechtsextreme Musik bedient: Ausländer wären als kriminell pauschalisiert und nehmen die Jobs weg, das Bild der Frauen schwankt „zwischen Hure und Heldin und Göttin”, erklärte Schmitz. Der Wissenschaftler, der über 1000 Musikstücke zu diesem Zweck gesammelt und analysiert hat, stellte auch die häufigen Wiederholungen von bestimmten Kernbegriffen heraus - Wörter wie „Nation, Rasse und Volk” tauchten immer wieder in den Texten auf, um die Hörer mit teils dubiosen Idealen und Vorstellungen zu ködern.

Mit seinem Vortrag entlarvte der RWTH-Dozent die einfachen Mechanismen und teils plumpen Vorurteile, die im Rechtsrock verwendet werden.