Herzogenrath: Rathaus erhält ein energiesparendes Gründach

Herzogenrath: Rathaus erhält ein energiesparendes Gründach

Schulen, Jugendtreffs, Sportheime, Bürgerhaus, Feuerwache und Freibad hatten Vorrang, „bescheiden wie wir sind, kommt zum Schluss das Rathaus dran”, sagt Erster Beigeordneter und Kämmerer Detlef Zähringer nicht ohne Schmunzeln.

Gründlich eingerüstet gibt sich der Haupteingang auf dem Rathausplatz in diesen Tagen, der Grund: Arbeiter sind dem Verwaltungsgebäude aufs Dach gestiegen. Die energetische Dachsanierung gehört zu den größten und auch zu den abschließenden Maßnahmen im Zuge des Konjukturpakets 2, das 2009 nach Vorberatung durch den Runden Tisch Finanzen in politischer Einmütigkeit auf den Weg gebracht worden war.

Bildung und Energie

Es umfasst insgesamt 4,68 Millionen Euro für Investitionen in Bildungseinrichtungen und städtische Infrastruktur. „Gewinner sind alle Nutzer städtischer Gebäude und Einrichtungen”, betont Bürgermeister Christoph von den Driesch. Aber auch die Bürger insgesamt. Denn die Senkung von Folgekosten ist erklärtes Ziel der Investitionen, vor allem mit Blick auf die Energieeinsparungsverordnung (EnEV). Die Ausgabe von Energieausweisen für öffentliche Gebäude ab 1000 Quadratmeter Größe wird folgen, ist der Kämmerer schon regelrecht gespannt, „wie sich die Verbräuche nach den Maßnahmen entwickeln werden”. Ordentlich gedämmt wird nun also noch das Rathaus, in der ersten Sanierungsmaßnahme seit Errichtung in den 70er Jahren überhaupt. Vom obersten Dach ist der Kies bereits abgesaugt worden, es folgt eine Foamglasschicht und eine Dachbegrünung, wie sie auf dem Anbau für das Jugendamt bereits realisiert worden ist. Mit rund 500.000 Euro wird die Maßnahme zu Buche schlagen, 440.000 Euro werden vom Bund gefördert.

Dickster Brocken des Herzogenrather Konjunkturpakets ist die bergbauliche Untersuchung des gesamten Stadtgebiets zur Erstellung einer Positivliste für Bauwillige, die im September vorgelegt werden soll (Kosten: 545.000 Euro). Ende August fertig werden die Maßnahmen an der Käthe-Kollwitz-Schule (421.000 Euro), die u.a. Dachsanierung, Fassadenerneuerung, Sonnenschutz umfassen. 425.500 Euro betragen die Kosten für Investitionen in die Grundschule Hauptstraße und Turnhalle Waidmühl in Merkstein, u.a. für die Erneuerung der Regeltechnik und des Wärmeerzeugers und die Sanierung des Damen-Duschraums. Der voraussichtliche Gesamtbedarf für die Arbeiten in der Dreifachturnhalle der Gesamtschule beträgt 370.000 Euro. In den Sommerferien erfolgt hier noch eine Fenstererneuerung, u.a. ist bereits die Decke erneuert worden. 205.000 Euro fließen in die Solaranlage auf der Turnhalle des Gymnasiums samt Garagen. 100.000 Euro gehen in die Turnhalle Leonhardstraße für Fenster und die Sanierung der Trinkwasseranlage. 170.000 Euro werden in der Feuerwache Erkensmühle ebenfalls in Wärmeerzeuger und Regeltechnik gesteckt. Einen Hackschnitzelkessel für 75.000 Euro hat der städtische Bauhof bekommen, die Auschreibung für eine Trockenhalle soll noch folgen.

Das Schlusspapier mit der Abrechnung aller Maßnahmen wird dem Stadtrat im Dezember vorgelegt. Denn, so erläutert der Kämmerer, dringend in diesem Jahr müssen alle Mittel abgerufen werden.