Nordkreis: Radarfallen: In Baesweiler blitzt es am häufigsten

Nordkreis : Radarfallen: In Baesweiler blitzt es am häufigsten

Die erfolgreichste Radarfalle steht in Baesweiler. Völlig unscheinbar und dicht an eine Hecke gedrängt auf dem Bürgersteig der Kapellenstraße, matt-grün gekleidet und mit einem geröteten Auge. Beachtung findet sie dennoch von vielen, na, den meisten wenigstens. Denn wer sie ignoriert, wird bestraft. Und das kann teuer werden.

7437 Menschen hat sie im vergangenen Jahr spüren lassen, dass diese zu hastig an ihr vorbeigefahren waren — die stationäre Blitze in der 30er Zone auf Höhe der Hausnummer 200.

Die Plätze 2 und 3

Damit ist sie Spitzenreiterin im gesamten Nordkreis — wer hätte das gedacht? Auf Platz zwei im Ranking des Jahres 2017 ist die Anlage an der Krefelder Straße in Würselen gelandet. 6795 mal hat sie, am neuralgischen Beschleunigungspunkt auf Höhe Willy-Brandt-Ring in Fahrtrichtung Alsdorf in Form einer modernen Säule, ausgelöst. 50 Stundenkilometer sind hier erlaubt.

Platz 3: die Radarfalle an der Eschweiler Straße zwischen Alsdorf-Mitte und Mariadorf, auf Höhe der Hausnummer 48. Auch eine 30er Zone. Hier wurden 5257 Verstöße dokumentiert.

Im Vergleich aller stationären Standorte innerhalb der Städteregion ist das aber nichts. Einsamer Spitzenreiter ist das „Fringshaus“ in Roetgen in Fahrtrichtung Monschau mit 12.884 Verstößen, gefolgt vom Stolberger „Fettberg“ (Fahrtrichtung Europastraße) mit 11.900 Verstößen.

Herr über Geräte und Zahlen ist die Städteregion Aachen, die diese Daten auf Nachfrage unserer Zeitung zusammengetragen hat. „Die Gesamterträge, also Bußgelder und Verwarnungen, der städteregionalen Geschwindigkeitsüberwachung für das Jahr 2017 betrugen rund 4.968.000 Euro“, hat Sprecher Holger Benend in den Listen gefunden und gibt zu bedenken, dass es sich um vorläufige Daten handele, da das Jahr noch nicht final ausgewertet sei.

„Das Finanzsystem der Städteregion Aachen erlaubt auch leider keine Aufteilung der Erträge nach stationär und mobil. Eine Auswertung auf Grundlage der Fallzahlen belegt jedoch, dass circa 51 Prozent der Verstöße mit Hilfe der stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen festgestellt werden.“

Erfreulich sei die Tatsache, dass die Anzahl der Bußgeldverfahren trotz höherer Überwachung im letzten Jahr gesunken ist. „Wir tragen mit den Kontrollen folglich dazu bei, dass die Verkehrsteilnehmer auf den Straßen ,vorschriftsmäßiger‘ und damit sicherer unterwegs sind“, glaubt Benend.

So wurden beispielsweise im Jahr 2015 rund 22,2 Millionen Fahrzeuge überprüft und zwei Jahre später 25,4 Millionen. Also rund 3,2 Millionen mehr. Die Bußgeldtatbestände sanken für dieselben beiden Jahre von 10.132 auf 9871, also um 261, dagegen nahmen die Verwarnungstatbestände von 191.700 auf 203.954 (plus 12.254) zu. Die Einnahmen stiegen von rund 4,6 auf rund fünf Millionen Euro.

Die Breite des Bußgeldkatalogs reicht in einer 30er Zone aktuell von 15 Euro (zehn Stundenkilometer über dem Tempolimit nach Toleranzabzug) bis zu 680 Euro (mehr als 70 Stundenkilometer drüber).