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Würselen: Probleme beginnen schon beim Hilferuf

Würselen : Probleme beginnen schon beim Hilferuf

„Wenn wir jemandem das Leben retten, dann ziehen wir uns daran wochenlang hoch”, sagt Markus Hein, stellvertretender Rettungsdienstleiter des Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Nordkreis. Über 20.000 Einsätze ist der Rettungsdienst des DRK im vergangenen Jahr im Kreis Aachen gefahren. „Die Tendenz ist weiter steigend”, hat Stefan Wilms, Leiter des DRK-Rettungsdienstes, festgestellt.

In 80 Prozent aller Fälle rücken die Einsatzkräfte wegen Herzinfarkten, Schlaganfällen, Insektenstichen oder Unterzuckerungen aus. Schnelle Hilfe ist dabei der Schlüssel zum Erfolg, denn jede Minute zählt.

Doch die Arbeit der Helfer wird oftmals unnötig erschwert, denn viele Fahrten sind mit größeren Schwierigkeiten verbunden: Hausnummern sind nicht zu erkennen, Einfahrten sind zugeparkt oder die Klingelschilder sind unleserlich, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Nicht selten beginnen die Probleme aber schon beim Hilferuf. „In vielen Fällen rufen die Angehörigen aufgeregt bei uns an, berichten kurz was passiert ist und legen dann sofort auf, ohne Namen oder Adresse genannt zu haben”, berichtet Wilms. Glücklicherweise hätten die Mitarbeiter der Notrufzentrale die Möglichkeit, die Anrufe anhand der im Display angezeigten Nummern zurückzuverfolgen und könnten so weitere notwendige Details klären. „Die Mitarbeiter werden in allen Fällen immer so lange weiterfragen, bis alle notwendigen Informationen eingeholt sind”, ergänzt Frank Schulze, Rettungsdienstleiter der Johanniter.

Dabei gibt es ein einfaches Schema, an das sich jeder Anrufer orientieren kann: Die fünf „W”! Im Detail: Wo ist Was passiert?, Wer meldet?, Wie viele Verletzte? und das fünfte und wichtigste „W”: Warten! Falls die Anfahrt zum Einsatzort kompliziert ist, wäre es zudem hilfreich, wenn jemand an der Straße stünde, um den Rettungsdienst einzuweisen, damit keine wertvolle Zeit verloren geht.

„Außerdem sollte man den bissigen Hund wegsperren”, erinnert sich Hein an schmerzvolle Erfahrungen. „Dadurch wird der Rettungsdienst gefährdet, und es dauert einfach länger, bis wir helfen können.”

Laut den sogennanten Hilfsfristen sollen die Helfer innerhalb des Stadtgebietes in fünf bis acht Minuten und in ländlichen Gegenden in acht bis zwölf Minuten am Einsatzort eintreffen. „In 90 Prozent aller Fälle müssen diese Zeitvorgaben unbedingt eingehalten werden”, sagt Wilms. Der Kreis Aachen überprüft dies in regelmäßigen Abständen.