Würselen: Privater Bolzplatz in Morsbach findet keine Zustimmung

Würselen: Privater Bolzplatz in Morsbach findet keine Zustimmung

Deutlicher kann die Absage nicht ausfallen: Ein Trainingsplatz für Nachwuchskicker des SC Bardenberg wird nicht, wie im Rathaus beantragt, von einem privaten Investor auf einer Wiese hinter seinem Haus an der Elisastraße/Von-Goerschen-Straße gebaut. Der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung lehnte das ab.

Geändert werden soll hingegen der Flächennutzungsplan, um den Bau von Gartenhäusern und eines Swimmingpools zu legalisieren. Die Gärten sind noch als landwirtschaftliche Nutzflächen und nicht als Wohnbauflächen ausgewiesen.

Gartennutzung wird korrigiert

Für Unruhe hatte das Ansinnen, einen Trainingsplatz zu errichten, in der Nachbarschaft gesorgt. Das Ergebnis einer Bürgerversammlung fasste die Verwaltung zusammen: „Befürworter waren nicht zu finden.“ Im Gegenteil: Selbst die potenziellen Nutznießer signalisierten gar kein großes Interesse an den Plänen. Der Investor sei kein Sponsor des SC Bardenberg, vielmehr sei er mit einem Jugendtrainer bekannt.

Es sei darüber diskutiert worden, dass er einen Trainingsplatz auf seiner Wiese bauen würde, auf dem die Kinder eventuell mal trainieren könnten. Am SC-Standort Tannenweg gebe es zwei Sportplätze, einer davon sei mit Flutlicht ausgestattet. In seltenen Fällen würden sich vier Mannschaften den Platz teilen. Zur Diskussion habe lediglich gestanden, dass die G- oder F-Jugend maximal zwölfmal im Jahr die geplante Trainingswiese, erschlossen über den Feldweg Von-Goerschen-Straße, nutzen würden.

Umkleiden und sanitäre Anlagen sollten vom rund einen Kilometer entfernten SC-Standort genutzt werden. Dieser Fußweg führe jedoch quer durch das Naturschutzgebiet zwischen Bardenberg und Morsbach, gaben Anwohner zu bedenken. Da der Weg für die jungen Kicker viel zu weit sei, würden sie folglich mit Autos angekarrt. Das geplante Dutzend Stellplätze reiche bei Weitem nicht aus.

Das wiederum hätte zur Folge, dass die Rettungs- und Brandschutzwege in der engen Siedlung nicht freigehalten werden könnten. Der Antragsteller hatte bei der Bürgerversammlung erklärt, dass er von falschen Voraussetzungen ausgegangen sei und im Kataster sein Grundstücksbereich anders dargestellt worden sei. Er sei davon ausgegangen, dass der Bolzplatz genehmigt werden könne, wenn ein Immissionsgutachten erstellt würde.

Stadtplaner Manfred Schmitz-Gehrmann räumte ein, dass für den Bauherrn in den Katasterunterlagen nicht klar ersichtlich gewesen sei, wo die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich verlaufe. Er sprach sich ausdrücklich für eine Korrektur dieser Grenze aus: „Die Gärten werden seit Jahrzehnten als solche auch genutzt. Bei einer Anpassung der Grenze ist der Bau des Schwimmbeckens nur ein Teil davon. Bauordnungsrechtlich genehmigt werden können damit dann auch alle anderen Gartenhäuser in der Nachbarschaft.“

Ebenfalls eine deutliche Absage wurde dem FDP-Antrag zuteil, im Bereich Bardenberger Gässchen, hinter dem Aldi bis zu den 2001 errichteten Einfamilienhäusern weiteres Bauland zu erschließen. Nicht nur Werner Schneider, beratendes Mitglied für den Naturschutzbund Deutschland, sprach sich dagegen aus. Auch die Verwaltung verwies auf die hohe ökologische Wertigkeit des Wiesengrünzugs, der die kulturhistorische Trennung zwischen den Stadtteilen markiere. Was auch ausdrücklich so gewollt sei.