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Merkstein: Prinz Franz Wilhelm I. verzichtet auf Steuern

Merkstein : Prinz Franz Wilhelm I. verzichtet auf Steuern

Dass manche Ehre mühsam erkauft werden muss, davon kann Reimund Billmann wahrlich ein Lied singen. Spätestens seit dem Wochenende kann der CDU-Fraktionschef im Herzogenrather Stadtrat dies mit voller karnevalistischer Inbrunst tun: Bei der stimmungsvollen Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft Floeser Jecke musste er für den Ehrenknappenschlag heftig leiden.

Dazu wurden gleich zwölf altgediente Ehrenknappen auf die Bühne gerufen. Sie banden dem Christdemokraten, aus dessen Lebenslauf eine Verbindung zum karnevalistischen Treiben hervorging, das „Arschleder” um und hielten ihm eine riesige Schaufel vor die Nase.

Drei kräftige Hammerschläge

Dann trat Bürgermeister und Ehrenknappe Gerd Zimmermann in Aktion. Seine dem Parteifreund gegenüber in Rats- und Ausschusssitzungen üblicherweise eingehaltene Zurückhaltung - stets political correct - konnte er nun völlig ablegen: Mit drei kräftigen Hammerschlägen aufs Leder machte er Billmann nach altem Brauch zum Ehrenknappen.

Dies war nicht der einzige Höhepunkt, mit dem die Prunksitzung in der Mehrzweckhalle der Dietrich-Bonhoeffer-Schule aufwartete. Zum einen galt es nämlich, Abschied zu nehmen von dem scheidenden Dreigestirn der vergangenen Session.

Die stellvertretende Geschäftsführerin des Ausschusses Merksteiner Straßenkarneval (AMSK), Gaby Schneider, bescheinigte Prinz Radi I., Jungfrau Walli und Bauer Heinz eine erfolgreiche närrische Regentschaft und überreichte ihnen eine gerahmte Erinnerungsurkunde.

Prinzenkette übernommen

AMSK-Ehrenvorsitzender Helmut Scherwinske leitete die Proklamation des neuen Prinzenpaares ein. Assistiert wurde er dabei von Landrat Carl Meulenbergh und Bürgermeister Zimmermann. Zum Zeichen seiner neuen Würde nahm Prinz Franz Wilhelm I. Zepter, Prinzenkette und -feder entgegen. Prinzessin Helga erhielt einen Blumenstrauß.

Daraufhin erklärte der Prinz in seinem Regierungsprogramm Merkstein zur „stressfreien Zone”, in der Freude und Frohsinn ab sofort Pflicht seien. Des Prinzens aktueller Beitrag zur Steuerreformdebatte: Die Untertanen sollten in der Karnevalszeit überhaupt keine Steuern entrichten. Auch sein Motto gab er bekannt: „Friede, Freude, Eierkuchen, Probleme sollen andere suchen.”

Zehnköpfiges Gefolge

Unter den wachen Blicken des AMSK- und Floeser-Jecke-Vorsitzenden Oswald Roeber stellte der Prinz sein zehnköpfiges Gefolge vor. Eine hohe Ehrung galt dem Vorsitzenden des Merksteiner Gewerbevereins, Eduard Vondenhoff: Helmut Scherwinkse vom Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) überreichte ihm das VKAG-Grenzlandwappen.