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Bodenrichtwerte 2020: Preise für Bauland in der Städteregion steigen weiter

Bodenrichtwerte 2020 : Preise für Bauland in der Städteregion steigen weiter

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Städteregion Aachen hat jetzt die Bodenrichtwerte zum 1. Januar 2020 für das Gebiet der Städteregion Aachen beschlossen. Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Werte, für die ein Quadratmeter Boden den Besitzer wechselt.

Insgesamt sind die Preise für Wohngrundstücke in der Städteregion im vergangenen Jahr stabil bis steigend gewesen. In den innerstädtischen Geschäftslagen von Aachen gibt es hingegen einen Rückgang der Bodenpreise. Besonders auffällig war allerdings, dass es einen deutlichen Zuwachs der Verkaufszahlen bei Grundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser um rund 50 Prozent gab.

Bodenrichtwerte werden immer in Euro je Quadratmeter angegeben und sind durchschnittliche Lagewerte für den Boden. Dabei wird auch nach der jeweiligen Nutzung, also zum Beispiel als Wohnbaufläche, Gewerbefläche oder landwirtschaftliche Fläche, unterschieden. Die aktuellen Bodenrichtwerte sind durch die Auswertung von über 1000 Kaufverträgen für unbebaute Grundstücke, die 2019 in der Städteregion geschlossen wurden, entstanden.

Bei Baugrundstücken für den individuellen Wohnungsbau (zum Beispiel für Ein- und Zweifamilienhäuser) war durch die Erschließung und Vermarktung von Neubaugebieten in einzelnen Kommunen ein starker Anstieg an Kauffällen auf 538 (+ 48,6 Prozent, Vorjahr: 362) zu verzeichnen.

Die Entwicklung der Bodenrichtwerte für individuellen Wohnungsbau in der Städteregion ist höchst unterschiedlich. So lag in der Stadt Aachen die Steigerung der Bodenrichtwerte für individuellen Wohnungsbau zwischen 2018 und 2019 bei bis zu 5 Prozent. Im Bereich des Südviertels liegen die Bodenrichtwerte nun zwischen 420 Euro je Quadratmeter und 725 Euro je Quadratmeter, und in den Bereichen Hörn und Laurensberg zwischen 350 Euro je Quadratmeter und 525 Euro je Quadratmeter.

In den weiteren Kommunen der Städteregion gibt es ein großes Gefälle bei Werten für Baugrundstücke. So liegen die Werte in Monschau und Simmerath deutlich unter denen der anderen Kommunen sowie den Randbereichen der Stadt Aachen. Am teuersten waren in den ehemaligen Kreiskommunen – wie schon in den Vorjahren – Baugrundstücke im Bereich „Am Wisselsbach“ in Würselen mit 350 Euro je Quadratmeter. Wer in guter Wohnlage in Würselen bauen will, muss rund 330 Euro je Quadratmeter bezahlen, in mittlerer Lage immerhin noch 260 Euro je Quadratmeter. Die Werte für gute beziehungsweise mittlere Wohnlagen in den anderen Kommunen: Alsdorf 195/150 Euro, Baesweiler 200/165 Euro, Eschweiler 210/180 Euro, Herzogenrath 280/200 Euro, Monschau 90/60 Euro, Roetgen 185/170 Euro, Simmerath 105/75 Euro und Stolberg 275/190 Euro.

Zusammenfassend betrachtet sind die Bodenrichtwerte für individuellen Wohnungsbau in der Städteregion, mit Ausnahme der Stadt Monschau, im Vergleich zum Vorjahr stabil bis steigend. Dem Gutachterausschuss lagen auch Kaufverträge vor, die deutlich über den in diesen Bereichen üblicherweise gezahlten Preisen lagen, die aber nicht das normale Marktverhalten wiedergeben.

Die Bodenrichtwerte in den innerstädtischen Gebieten mit gemischten Bauflächen in Aachen stiegen um bis zu 10 Prozent an. Hier liegen die Werte zwischen 240 Euro und 1350 Euro je Quadratmeter, so zum Beispiel im Frankenberger Viertel teilweise bei 850 Euro.

Bei den Bodenrichtwerten für innerstädtische Geschäftslagen in Aachen liegt der Spitzenwert mit 8500 Euro je Quadratmeter im Bereich der Adalbertstraße zwischen Kugelbrunnen und Peterstraße/Friedrich-Wilhelm-Platz. Damit liegt der Wert um 15 Prozent niedriger als in den vergangenen Jahren. Dieser Rückgang spiegelt sich auch in den weiteren Geschäftslagen in der Aachener Innenstadt (zum Beispiel Holzgraben, Markt) wider.