„Powermans Alsdorf 2019” startet Sonntag

Athleten sind heiß auf den „Powerman“ : Wettkämpfer aus Übersee in Alsdorf

Am Sonntag wird pünktlich um 8.20 Uhr das erste Startsignal ertönen, Lothar Müller (Direktor der Direktion Privat- und Geschäftskunden Nord der Sparkasse Aachen) wird als Sponsorenvertreter persönlich den ersten „Schuss” abgeben.

Die Ausrichter des „Powermans Alsdorf 2019” (Marathon-Club Eschweiler) werden bis dahin noch den ein oder anderen Schub an Nervosität verkraften müssen. 750 Teilnehmer, davon über 100 internationale, werden dem Event, der zur offiziellen „World Series” des Powerman gehört, sportlich beiwohnen. Neben dem sogenannten „Elitezirkel”, den 42 Duathleten mit Weltniveau bilden, werden die weiteren Sportler unterteilt in Altersgruppen antreten. Zusätzlich treten die „Amateure” in der Gruppe „Breitensport” an. Bevor in wenigen Stunden der Asphalt am Annapark und in der Umgebung zum Glühen gebracht wird, stehen für die teils weit angereisten Athleten die letzten Trainingseinheiten auf dem Programm.

„Globetrotter“

Bereits am Mittwoch trafen die „Globetrotter” des diesjährigen Powermans in Alsdorf ein: Sao Paulo, Belo Horizonte, Rio de Janeiro, Brüssel und schließlich Alsdorf – Die Reiseroute der beiden brasilianischen Triathleten Talles Medeiros und Edson Arruda mutete exotisch an. Beide lernten bei ihrer Ankunft gleich die „Vorzüge” mitteleuropäischer Autobahnen kennen. Vom Brüsseler Flughafen bis hin in den Aachener Nordkreis war Stau ein beständiger Begleiter der beiden. Ein 23-stündiger Flug sowie die Strapazen auf vier Rädern konnten die beiden jedoch nicht davon abhalten, sich nach der Ankunft als erstes ein Bild der ehemaligen Zeche auf dem Annagelände zu machen. Der Dritte im Bunde – Triathlet Matthew Smith aus dem australischen Perth – hatte eine ähnlich lange Anreise hinter sich.

Medeiros und Smith sind in Alsdorf fast schon „alte Bekannte”, bereits bei der letztjährigen Premierenausgabe des Powermans (ehemals „Dachser Duathlon”) nahmen sie teil. Medeiros konnte in den vergangenen Monaten seinen Landsmann Arruda für eine Reise nach Deutschland begeistern. „Talles ist unser brasilianischer Botschafter. Er soll den Powerman Alsdorf als Teil der World Series in Brasilien bewerben”, erklärte Renndirektor Patrick Thevis vom Marathon-Club Eschweiler. Aus den luftigen Höhen ging es quasi sofort „unter Tage”. Nachdem die beiden Brasilianer in Alsdorf angekommen waren, stand eine Führung durch das Energeticon auf dem Plan. Energie war in allen Belangen das passende Thema: Während im Energeticon die Geschichte der Energiegewinnung und -erzeugung um Fokus steht, werden die drei Sportler am Sonntag ebenso auf ihren Energiehaushalt achten müssen.

Drei Tage hatten die drei Männer, um das unweigerliche Jetlag durch die Zeitverschiebung auszukurieren. Dennoch stehen natürlich an jedem Tag wichtige Trainingseinheiten auf dem Plan. Matthew Smith erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er sich unheimlich über die erneute Einladung gefreut habe: „Alsdorf war im vergangenen Jahr mein absoluter Favorit, ich musste nicht lange überlegen.” 2018 war „Mat” noch der jüngste Teilnehmer des Elitezirkels. Unter dem Strich stand für den heute 22-Jährigen ein bemerkenswerter neunter Platz, den er am Sonntag mindestens wieder erreichen möchte: „Wir sammeln Punkte für die Weltrangliste. Da möchte ich natürlich vor allem in Alsdorf viele dazu gewinnen”.

Nebenbei auf die Kartbahn

Neben den Lauf- und Radstrecken in der Region wird er auch mindestens eine Kartbahn aufsuchen. Die PS-starken Rennboliden sind sein großes Hobby, das Kartfahren ein Ausgleich zum Ausdauersport. Bislang war Matthew nur die Strecke des Rekordweltmeisters der Formel 1, Michael Schumacher, in Kerpen ein Begriff. Das Begrüßungskomitee gab ihm allerdings auch wertvolle Tipps für Strecken in der Region.

Der 39-jährige Talles Medeiros kann bereits zwei Silbermedaillen in seiner Altersklasse auf Weltniveau vorweisen. Nach Alsdorf reiste der Brasilianer mit einer leichten Verletzung an der Leiste, dosierte Trainingseinheiten und eine optimale, physiotherapeutische Vorbereitung sollen den Einsatz am Sonntag sichern. Bereits in zwei Wochen steht für ihn mit der Duathlon-Weltmeisterschaft in Spanien das nächste Highlight auf dem Programm. Sein Premierenauftritt in Alsdorf beschreibt er als „unglaubliche Erfahrung” die er unbedingt wiederholen wolle. Kleinere „Logistikprobleme” wurden seitens der Veranstalter auf dem kurzen Dienstweg erledigt. Da Talles aufgrund der Wettkampfdichte nur ein Rennrad mit nach Deutschland bringen konnte, wollte er sich am Donnerstag ein spezielles Triathlonrad bei einem Eschweiler Händler leihen. Ein kurzer Anruf von Renndirektor Thevis beim Hauptsponsor Dachser genügte, und das Rad wurde vom Speditionsunternehmen nach Alsdorf ohne weiteren Aufwand „überführt”. Talles konnte sich voll auf sein Training konzentrieren.

Auch Matthew war vor kleineren Logistikpannen nicht gefeit: In Singapur verlor er leider seine Rennradschuhe, so dass er kurzfristig in Aachen Ersatz erwerben musste. In den Genuss der Aseag kamen er und sein Vater nicht mehr, Marketingchef Peter Loncarevic fuhr die beiden persönlich in die Kaiserstadt. Für Edson Arrude ist es dagegen der allererste Auftritt und Deutschland und somit natürlich auch in Alsdorf. Mit vorzeigbaren Ergebnissen in der 2018er Amateurmeisterschaft hat er ideale Voraussetzungen für einen Start im Elitezirkel. „Talles fragte mich, ob ich mit ihm nach Deutschland kommen möchte. Er schwärmte von Alsdorf und ich war von der Idee sofort begeistert”, schiderte der 36-jährige Brasilianer.

Erfolgreiche Metamorphose

Nach der erfolgreichen Metamorphose des „Dachser Duathlon” in den „Powerman” möchten die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder ein sportliches Fest der Spitzenklasse abliefern. Der Blick ist dabei weiterhin nach vorne gerichtet, eine Bewerbung zur Ausrichtung der Duathlon- Europameisterschaft ist bereits gestellt. Bedanken möchte sich das Veranstalterteam allen voran bei den unzähligen Helfern des Vereins, der Malteser Eschweiler, des DRK Alsdorf sowie der offiziellen Behörden (Polizei, Ordnungsamt). Auch die Firma Dachser hat intern für das Ehrenamt geworben. Viele Mitarbeiter werden als Streckenposten und Versorger am Sonntag im Einsatz sein. Lothar Müller wird in der Breitensportklasse ebenfalls sein sportliches Geschick unter Beweis stellen. Am Sonntag geht es bereits früh los, ab 7 Uhr beginnt die Ausgabe der Startnummern. Zwischen 8.20 Uhr und 10 Uhr fallen die Startschüsse. der einzelnen Disziplinen.

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