Alsdorf: Positive Bilanz: Schaffrath-Haus ist ein Kulturzentrum

Alsdorf : Positive Bilanz: Schaffrath-Haus ist ein Kulturzentrum

Zwei Flaschen Sekt waren es, die Josef Zentis im vergangenen Jahr guten Gewissens bei den Kollegen „verzockt“ hatte. Der aus dem Vorstand als Beisitzer ausscheidende Mitbegründer des Fördervereins Schaffrath-Haus hatte es einst für unmöglich gehalten, dass eine Showgröße wie Jürgen B. Hausmann im alten Atelier von Ludwig Schaffrath auftreten würde.

Im Zuge der Jahreshauptversammlung konnte Ursula Schaffrath-Busch, Tochter des verstorbenen Meisters, obendrein sogar den nächsten Auftritt Hausmanns im März diesen Jahres ankündigen.

Nach einem durchweg vollgepackten wie erfolgreichen Jahr 2017 legt man im Schaffrath-Haus den Fokus auf die neuen Besuchermagnete. Während der neue „Kunst-und-Kultur-Kalender“ in Kooperation mit dem Kunstverein Alsdorf noch bis Anfang Februar auf sich warten lässt, sickerte schon vorab das ein oder andere Highlight durch. Neben Hausmann werden natürlich wieder zahlreiche Künstler die Hallen in Ofden für Vernissagen und Ausstellungen nutzen. Für die insgesamt vier geplanten Musikveranstaltungen werden sogar „Dauerkarten“ zu vergünstigten Preisen verfügbar sein.

Mit Blick auf das vergangene Jahr erkannten die Verantwortlichen jedoch auch, dass sie durchweg am Leistungslimit gearbeitet haben. „Die Sommerferien haben wir wirklich nötig gehabt, die Belastungsgrenze war bei jedem erreicht“, erinnerte sich Birgit Becker-Mannheims. Die hohe Anzahl an Gästen im Schaffrath-Haus — neben gut 500 Ausstellungsbesuchern nahmen nochmals 267 Personen an Führungen durch das Haus teil — übertrafen alle Erwartungen.

Darüber hinaus kämpfte man nicht nur bei der sogenannten „Brunnenrettung“ am ehemaligen Gymnasium in Ofden buchstäblich an vorderster Front. Das gerettete Relikt ist zurzeit noch auf dem Vorplatz des Hauses zwischengelagert.

Im kommenden Sommer haben die Verantwortlich vorsorglich eine größere Pause in den Kalender eingebaut. Die Zeit wird unter anderem für einen Umbau des Ateliers genutzt — neben der Vergrößerung der sanitären Anlagen soll auch die Küche erweitert werden. Ferner steht zur Debatte, den Vorplatz des Anwesens umzugestalten und langfristig einen „Skulpturengarten“ einzurichten. Neben all der Planung will sich der Verein jedoch nicht von seinen alten Tugenden trennen. Die Kunst im Schaffrath-Haus muss authentisch und mit allen Sinnen fühlbar sein.

Neben all dem Tatendrang ging es auf der harmonischen Versammlung fast ein wenig unter, dass im Vorstand größere Veränderungen anstanden. Ursula Schaffrath-Busch übernimmt die Vereinsführung, Vorgängerin Birgit Becker-Mannheim rückt als künftige Stellvertreterin zurück ins zweite Glied. Lydia Cremer und Renate Rinkens übernehmen als Schriftführerinnen den freigewordenen Posten von Schaffrath-Busch. Heiner Erven besetzt als scheidender Stellvertreter der Vorsitzenden zusammen mit Gudrun Lübben, Kiki Bragard und Franz-Josef Kochs die Posten der Beisitzer. Als Schatzmeisterin wurde Christa Hilger-Schmaldienst im Amt bestätigt.

Trotz der Wechsel wird die Kontinuität im Team großgeschrieben. „Was wir hier in den vergangenen Jahren erreicht haben, ist einfach nur bewundernswert. Das Schaffrath-Haus ist als Kunst-Adresse in der Region nicht mehr weg zu denken“, bedankte sich Schaffrath-Busch unmittelbar nach der Wahl. „Auch wenn wir hart arbeiten müssen — die Resonanz bei den Besuchern gibt uns Recht.“

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