1. Lokales
  2. Nordkreis

Nordkreis: Plötzlich hatten die Wehrleute alle Hände voll zu tun

Nordkreis : Plötzlich hatten die Wehrleute alle Hände voll zu tun

Nach der Hitze kam die Flut, begleitet von Blitz und Donner. Der - vorerst - heißeste Tag des Jahres verabschiedete sich am Mittwochabend mit teilweise sintflutartigen Regenfällen, was zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen in den Nordkreis-Städten führte. Nur die Alsdorfer Wehr wurde verschont.

Anwohner der Langgasse in Baesweiler-Beggendorf verbrachten die halbe Nacht mit Wasserschippen in ihren Häusern. In der Straße wird zurzeit der alte Kanal gegen einen neuen ausgetauscht.

Offensichtlich funktionierte der Wasserabfluss nicht richtig; noch in der Nacht rückte die Baufirma an und installierte eine Pumpe. Den betroffenen Anwohnern rät der Technische Beigeordnete Peter Strauch, zu versuchen, Schäden bei der Firma geltend zu machen und der Stadt davon eine Durchschrift zu schicken.

Auf die Feuerwehr Herzogenraths kam eine Menge Arbeit zu. Zu acht Einsatzstellen rückten die Helfer aus. Dramatisch hörte sich ein Notruf an, dem zufolge in einem Haus an der Driescher Straße im Ortsteil Straß der Blitz eingeschlagen sei. Vor Ort bestätigte sich die Meldung. Allerdings hatten die Hausbewohner Glück im Unglück: Ein Feuer brach nicht aus. Es entstand lediglich leichter Gebäudeschaden.

Darüber hinaus kam es in einem Wohnhaus in Kohlscheid zu einem leichten Wassereinbruch. Mit einigen Sandsäcken löste die Wehr das Problem. Drei Brandmeldeanlagen lösten Fehlalarme aus.

Außerdem wurden drei Waldbrände im Stadtgebiet gemeldet. Allerdings konnte schnell Entwarnung gegeben werden. Bei den Rauchschwaden handelte es sich um Wasserdampf, verursacht durch das Auftreffen des kühleren Regens auf stark erhitze Bodenflächen.

Gegen 18 Uhr gingen die ersten Notrufe über voll gelaufene Keller in Würselen ein. Besonders betroffen waren die Ortsteile Broichweiden und Euchen. In der Nassauer Straße stand der Heizungskeller eines Hauses etwa 70 Zentimeter unter Wasser und ließ den Heizöltank aufschwimmen. Der Tank drohte zu bersten. Durch rasches Abpumpen des Wassers konnte dies verhindert werden.

Sehr zeitintensiv war der Einsatz bei einem Backwarenhersteller in Broichweiden. Dort liefen einige Kellerräume und Aufzugsschächte voller Wasser. Die Wassermassen wurden über mehrere Stunden mit drei Tauchpumpen und einer Tragkraftspritze entfernt.

In der Stifterstraße war der Blitz in einen Baum eingeschlagen. Die Standsicherheit war nicht mehr gegeben, so dass die Birke mit einer Kettensäge gefällt werden musste. Zudem wurden überflutete Fahrbahnen von der Oppener Straße und Schumanstraße gemeldet. Die Wehr reinigte die verstopften Kanaleinläufe, damit die nicht unerheblichen Wassermengen auch wieder ablaufen konnten.

Zehn unwetterbedingte Einsätze wurden an diesem Abend gezählt, bei denen 48 Wehrleute der hauptamtlichen Wache und der Löschzüge Broichweiden und Würselen-Mitte unter der Leitung von Ralf Jüsgens bis zu fünf Stunden im Einsatz waren. Währenddessen standen Kräfte des Löschzuges Bardenberg für weitere Einsätze bereit.