Würselen: Plastikmüll: Bis Ende 2019 wohl keine Chance auf eine Änderung

Würselen : Plastikmüll: Bis Ende 2019 wohl keine Chance auf eine Änderung

Der Stadt Würselen ist das Problem mit den gelben Säcken bestens bekannt, versichert Stadtsprecher Bernd Schaffrath. Die Kommune habe wiederholt versucht, im Interesse der Bürgerschaft für Abhilfe zu sorgen, allerdings leider nicht mit dem gewünschten nachhaltigen Erfolg. Aber man gebe nicht auf.

Was bisher geschah: Im Jahr 2015 hatten SPD- und CDU-Fraktion einen Antrag „zur Evaluierung (kritische Bewertung) der Sammlung von Verkaufsverpackungen“ gestellt. Immer wieder hatte es Beschwerden von Bürgern über die mindere Qualität der gelben Säcke gegeben. Zudem seien Säcke nicht oder falsch perforiert oder das Zugband reiße. Nachteil sei das „Verwehen bei Wind und Sturm“.

Pauschale fürs Einsammeln

Zwar erhalte die Stadt Würselen seitens des Unternehmens eine Pauschale für das Einsammeln der Inhalte der „oftmals geplatzten gelben Säcke“, wie es die Stadtverwaltung im Technik- und Bauausschuss vor rund eineinhalb Jahren vortrug. Aber — so ergänzte jetzt Stadtsprecher Schaffrath gegenüber unserer Zeitung — das seien nur 650 Euro im Quartal. Zu wenig, um den Aufwand zu decken. Aus anderen Kommunen Zugezogene, welche die Vorzüge von gelben Tonnen kennengelernt haben, bemängeln in Würselen das „Sacksystem“ als unhygienisch.

Versuche, den Entsorger beziehungsweise den Systembetreiber zur Entsorgung von Leichtverpackungen (LVP) dazu zu bringen, die gelbe Tonne (wie in Herzogenrath und Alsdorf ) alternativ als Wahloption einzuführen, sind bislang gescheitert, sagt Schaffrath.

Grund sei offenbar, dass bei gelben Tonnen die Gefahr der „Fehlbefüllung“ gegenüber transparenten Säcken steige. Zudem müssten gelbe Tonnen erst einmal angeschafft und die Müllfahrzeuge umgerüstet werden. Das kostet Geld. Die Stadt Stolberg, die wie Würselen um Abhilfe bemüht sei, habe sogar die Übernahme der Kosten in Höhe von 450.000 Euro angeboten, sei aber gegenüber dem Vertragsunternehmen gescheitert, so Schaffrath.

Zwischenzeitlich habe die um Vermittlung gebetene Regioentsorgung vergeblich versucht, nachzuverhandeln. Im vergangenen Jahr habe die Regioentsorgung auf Betreiben von Würselen und Stolberg sogar auf Wahlfreiheit zwischen gelber Tonne und Sack geklagt, sei aber vor Gericht gescheitert. Es habe auch nichts bewirkt, dass Würselen bis heute die Unterschrift unter die vom Systembetreiber nicht wunschgemäß geänderte „Systembeschreibung“ verweigert habe. Rechtlich wirke so das alte Verfahren fort — allerdings nur bis Ende 2019. Dann läuft der Vertrag aus. Hier könne Stadt Würselen neu verhandeln.

Testphase in Aachen

Mit Blick auf Vorbilder aus den Niederlanden und im nahen Aachen will laut Schaffrath Würselen nun die Option auf „Masthaltung“ von gelben Säcken „thematisch vertiefen“: In der Kaiserstadt wird das sogenannte KlikM-System an 150 Laternen bis Juli getestet. Hierbei werden an Masten von Straßenlaternen Metallschellen mit Haken befestigt. Jeweils drei gelbe Säcke können pro Haken gehängt werden. Durch ein Verschlusssystem analog zu Karabinerhaken wird ein Herausrutschen der Säcke verhindert. Die Installation der Haltesysteme kostet Geld (für die Testphase 1500 Euro). Aber unterm Strich hofft man auf Kostenersparnis, denn es sei teurer, einmal verstreuten Plastikmüll wieder einsammeln zu müssen, hieß es in Aachen.

(-ks-)