Nordkreis: Plage: Bäume fallen Buchsbaumzünsler reihenweise zum Opfer

Nordkreis: Plage: Bäume fallen Buchsbaumzünsler reihenweise zum Opfer

„Bemerkt habe ich es, als ich bei uns im Garten stand und wir die Buchsbäume geschnitten haben. Die Blätter waren angefressen.“ So beschreibt Klaus Laschet aus Bardenberg seine erste Begegnung mit einer Raupenart, die sich momentan in der Region zu einer regelrechten Plage entwickelt hat: Die Rede ist vom sogenannten Buchsbaumzünsler.

Vor rund zehn Jahren wurde der Falter von Ostasien nach Europa eingeschleppt. Seine Raupen sind gelb-grün-schwarz gestreift und bis zu fünf Zentimeter lang. Sie ha- ben hierzulande keine natürlichen Fressfeinde und ernähren sich von den Blättern und der Rinde der Buchsbäume. Und genau das macht sie zum Problem. Denn so zerstören sie die Zierpflanzen. „Wir kümmern uns um das Grab meiner Schwiegereltern auf dem Friedhof in Bardenberg. Dort stehen auch sehr viele Buchsbäume — es ist ein absoluter Totalbefall“, erläutert Laschet.

Viele Menschen, die befallene Buchsbäume hätten, wüssten nicht einmal davon, meint er. Er selbst habe sich im Internet schlau gemacht und so herausgefunden, was mit seinen Pflanzen geschehen sei. Alle Buchsbäume habe er dann entsorgt, zwölf Stück allein aus seinem Garten entfernt. Das war vor rund zweieinhalb Wochen. „Die Bäume waren so wunderbar geschnitten. Meine Frau hat da echt ein Händchen für. Sie waren eine wahre Pracht“, bedauert der 63-Jährige.

Auch in dem Gartencenter Crumbach in Herzogenrath suchen immer häufiger Kunden nach Rat. „Im Mai hatten wir hier noch gar nichts damit zu tun, aber mittlerweile ist er in der gesamten Umgebung verbreitet“, erklärt Gärtnermeister Ernst Glanz. Bekämpfen könne man den Zünsler nur mit Hilfe von Insektiziden wie dem Bacillus thuringiensis. Der Stoff wird zwei Mal innerhalb einer Woche auf den Baum gesprüht. Beim Fressen nehmen die Raupen ihn auf und werden dadurch zerstört.

„Wer jahrelang seinen Baum gepflegt hat, hängt natürlich daran und versucht erst einmal, ihn zu retten“, sagt er. Ohne Spritzen sei eine Bekämpfung des Zünslers jedoch aussichtslos.

Und auch wenn der Befall zu weit fortgeschritten ist, hilft nur noch der Griff zur Schaufel. Denn: Haben die Raupen alle Blätter gefressen, knabbern sie die Rinde an. Und dann schlägt der Baum nicht mehr aus. Er stirbt in der Folge ab. Also sollte man eingreifen, bevor es soweit ist.

Die ersten Zeichen für den Befall sind vielfältig: Zum einen kann man Fressschädigungen am Blatt finden. „Die Zünsler schaben das Chlorophyll von den Blättern ab. Sie werden braun“, erklärt der Gärtnermeister. Darüber hinaus verpuppt sich die Raupe im Laufe ihrer Entwicklung. Das hinterlässt weiße Fäden, die eine Art Netz bilden. Auch grünliche Krümel, die Ausscheidungen der Raupen, sind ein Indiz für den Befall. Es empfiehlt sich, auch regelmäßig das Innere des Buchsbaumes zu überprüfen.

Sollten alle Mühen vergeblich sein und der Baum entfernt werden müssen, gibt es alternative Pflanzen. Der Gärtnermeister schlägt als Ersatz den sogenannten Ilex vor. Er gehört zur Familie der Stechpalmengewächse und ist ein immergrüner Laubbaum beziehungsweise -strauch, der dem Buchsbaum recht ähnlich sieht.

Mit einem plötzlichen Abklingen der Plage könne vorerst auch nicht gerechnet werden, ist sich Glanz sicher. „Im Grunde ist es ein Falter, und der legt letztendlich Kilometer zurück“, sagt er. Eine Verbreitung in der Region sei also nicht zu verhindern.