Alsdorf: Pläne für bisherige Schulgrundstücke: Eine neue Siedlung am Alsdorfer Weiher

Alsdorf: Pläne für bisherige Schulgrundstücke: Eine neue Siedlung am Alsdorfer Weiher

Was wird aus den Grundstücken in Ofden, auf denen derzeit noch städtisches Gymnasium und Realschule stehen? Im Zuge des Masterplans Ofden, der die Antworten darauf geben soll, wie dieser Alsdorfer Stadtteil weiterentwickelt wird, ist nach dem Umzug beider Schulen in das Kultur- und Bildungszentrum (KubiZ), das derzeit auf dem Annagelände errichtet wird, Wohnbebauung vorgesehen.

Bis dass beide arg in die Jahre gekommenen Gebäudekomplexe hierfür abgerissen werden können, dürften noch gut zwei Jahre vergehen. Dennoch will das Ganze planungsrechtlich zügig vorbereitet sein, zumal der Erlös aus der Verwertung dieser Flächen fest in die Finanzierung des KubiZ eingeplant ist.

Bunkeranlage überbauen

Die Verwaltung hat Vorstellungen entwickelt, wie die beiden Bereiche bebaut werden sollten.

Auf dem Gelände der Realschule — hier geht es um den Bebauungsplan 329 , Am Weiher — sind Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Dabei geht es generell um barrierefreies Bauen, speziell um Senioren- und Generationenwohnen nebst Gemeinschaftsgebäude.

Laut Verwaltung soll dies begünstigen, „dass sich die Bewohner gegenseitig helfen“. In der Hanglage sollen Garagen inte-griert werden.

Die massive Bunkeranlage unter der Realschule, die im Kalten Krieg als Hilfskrankenhaus ausgestattet war und längst ausgedient hat, soll mit Blick auf die damit verbundenen Kosten nicht abgerissen, sondern überbaut werden. Der Bebauungsplan betrifft auch den Bereich des Kiosks an der Theodor-Seipp-Straße nebst Wohnnutzung.

Auf dem Areal des städtischen Gymnasiums — also auf der anderen Seite der Theodor-Seipp-Straße — sehen die Planer hingegen Einfamlienhäuser in bester Lage vor. Die Rede ist von „Wohnen am Wasser“. Der dafür notwendige Blick Richtung Weiher am Tierpark wird durch abschüssige Gelände möglich. Das in Terrassen angelegte Gebiet wird dabei von grünen Korridoren durchzogen.

Sebastian Wiese vom Fachbereich Bauleitplanung ging auf die einzelnen Entwurfskonzepte und Varianten ein. Konzept 1 zum Bereich Gymnasium (Bebauungsplan Nr. 328 Am Weiher) geht von einem großen Plangebiet aus, das auch den östlich angrenzenden Bereich der Tageserholungsanlage mit dem Tennisplatz einbezieht - und zwar zugunsten von Grün. Variante 1a dazu sieht eine ringartige Erschließung (Straße) und eine Stichstraße mit Wendehammer im südlichen Teil vor.

Zentrale Grünachse

Eine zentrale Grünachse soll den Bewohnern einen direkten Zugang zum Weiher ermöglichen. Der Weg führt an einer Spielfläche vorbei. Der Fußweg vom Anemonenweg in Richtung der Grünbereich im Osten bleibt erhalten. Variante 1b folgt Variante 1a, erhält aber den Parkplatz im südlichen Bereich. Das würde sieben Grundstücke für Häuser „kosten“ und weitere Erschließungen erschweren. Variante 1c ersetzt die Ringstraße durch zwei Stichstraßen mit Wendehammer. Das Weniger an Straßenflächen geht zugunsten verwertbarer Grundstücksanteile.

Das Entwurfskonzept 2 basiert auf einem kleineren Plangebiet. Die Tageserholungsanlage bleibt erhalten, auf die Überplanung der Tennisplätze und des Bolzplatzes wird verzichtet. Der Fußweg vom Anemonenweg nach Norden Richtung Tennisplätze bleibt unberührt.

Dafür wird der zentrale Grünzug innerhalb des Bebauungsgebiets deutlich reduziert. Die Varianten 2a und 2b sehen unterschiedliche Straßenverläufe vor.

Variante 3b als Kompromiss

Das Entwurfskonzept 3 umfasst als Kompromiss ein mittelgroßes bebaubares Areal. Variante 3a sieht drei Stichstraßen vor sowie eine breite zentrale Grünachse in Richtung Weiher.

Variante 3b wird von der Verwaltung als „Synthese“ der anderen Überlegungen bezeichnet, die einerseits eine attraktive Gestaltung des Wohngebiets zulässt, zum anderen aber auch eine hohe Wirtschaftlichkeit angesichts des Verkaufs von Baugrundstücken ermöglicht, worauf die Kommune mit Blick auf die Finanzierung des KubiZ Wert legen muss.

Drei Stichstraßen dienen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern gleichermaßen. Die gebotene gegenseitige Rücksichtnahme soll zur Reduzierung der Fahrgeschwindigkeiten dienen.

Die Grünachse wird groß dimensioniert, dort soll der Leitgedanke „Wohnen am Wasser“ gestalterisch aufgegriffen werden. Der Bolzplatz soll erhalten werden, dafür wird eine kleinere Grünfläche für zwei Baugrundstücke „geopfert“.

Die Variante 3b wird von der Stadtverwaltung klar favorisiert. Diese soll auch als Grundlage für das weitere Bebauungsplanverfahren dienen, wie dem Ausschuss empfohlen wurde.

Das rief die Grünen und — in deren Windschatten — auch die CDU auf den Plan. Horst-Dieter Heidenreich und Hartmut Malecha (beide Grüne) pochten darauf, mit allen Varianten nochmals in eine vorgezogene Bürgerbeteiligung zu gehen, um gerade mit Blick auf den Verzicht des Neubaus des evangelischen Kindergartens in Ofden (der Gemeinde fehlt das Geld dafür) „auch neue Anregungen aus der Bürgerschaft mitzunehmen“.

Vieles kann sich noch ändern

Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg legt hingegen großen Wert darauf, dass die Verwaltung einen Arbeitsauftrag mit konkretem Hintergrund seitens der Politik benötigt, um den Bebauungsplan weiter entwickeln zu können. „Wir sollten eine Variante festlegen, um nicht aus dem Zeitrahmen zu kommen. Dennoch bleibt möglich, mit allen Varianten in die Beteiligung zu gehen“, sagte die Beigeordnete. Dies bedeute, dass andere Raumaufteilungen beziehungsweise Varianten keinesfalls vom Tisch seien. Ganz im Gegenteil habe die Entwicklung auch anderer Bebauungspläne gezeigt, dass sich vieles auch noch ändern könnte. Dies wurde seitens des Ausschussvorsitzenden Heinrich Plum (SPD) und Renate Schaal (Bauleitplanung) bekräftigt.

Zeitrahmen angemahnt

Dagegen schloss sich Franz Brandt (CDU) der Auffassung der Grünen an, nicht schon durch den Fachausschuss eine „politische Vorfestlegung“ der Varianten vorzunehmen. Dies brachte beiden Fraktionen Applaus aus Reihen der interessierten Zuhörer.

Detlef Loosz wollte für seine Mehrheitsfraktion SPD wissen, ob der Stadt Nachteile erwachsen würden, sollte der Ausschuss darauf verzichten, eine Variante auf Empfehlung der Verwaltung zu bevorzugen.

Beigeordnete Lo Cicero-Marenberg warnte nochmals, dass man ansonsten „aus dem Zeitrahmen fallen“ würde.

Bezüglich des Bebauungsplans Bonhoefferstraße — hier geht es um die Frage, wie es mit dem evangelischen Kindergarten weitergehen könnte — wolle die Verwaltung in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung einen Vorschlag unterbreiten.

Nach einigem Hin und Her setzte sich letztlich die Ausschussmehrheit durch und beauftragte die Verwaltung, auf Basis des Verwaltungsvorschlags die Variante „3b“ weiter zu arbeiten, aber die weiteren Varianten nicht außer Acht zu lassen.

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