Alsdorf: Plädoyer für Respekt im Umgang mit Tieren

Alsdorf : Plädoyer für Respekt im Umgang mit Tieren

Es ist bereits ihre zweite Reihe mit Tierbildern. Edith Bachmann konzentriert sich mit „animalis 2.0“ auf Huftiere. Die sanften Riesen mit dem natürlichen Fluchtinstinkt haben es ihr angetan.

Für die in Roetgen lebende Künstlerin, die nun im Schaffrath-Haus ausstellt, sind ihre Arbeiten auch ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Respekt im Umgang mit Tieren, gerade Nutztieren. „Wir beuten diese Tiere aus“, konstatiert Bachmann. Die moderne Massentierhaltung ist ihr ein Gräuel. Die überzeugte Vegetarierin möchte mit ihrer Kunst ein Zeichen setzen.

Angefangen hat ihre Vorliebe für Tiere mit dem Foto eines herrlichen weißen Araberhengstes, der seinen schönen schlanken Kopf sanft an die Flanke seiner Stute anschmiegt. Auch dieses Werk zeigt Bachmann in Ofden. Daneben aber viele Arbeiten von wilden Cape-Buffalos und Watussi-Rindern. Meist sieht Bachmann Fotos, die sie faszinieren, und sie versucht, das für sie persönlich Bestechende an diesen Fotos in ihren Bildern herauszuarbeiten. Auf die Buffalos kam sie über das Bild einer holländischen Fotografin. „So mächtig, aber gleichzeitig so sanft“, schwärmt Bachmann. Ihre Lieblingsfarbe ist warmgrau, sie findet sich in beinahe jedem Tierbild Bachmanns.

Sogar ihr Jumpsuit, den sie während der Installation der Ausstellung trägt, ist eine Anmutung an diesen Farbton. Sie zeichnet ihre Arbeiten in Kohle vor. Von einer Pferdeherde hat sie diese Vorlage auch ausgestellt, nachdem ihre Familie fasziniert war: „Das sieht aus wie Höhlenmalerei“, befand ihr Umfeld. Daneben direkt das „fertige“ Bild in Öl.

Naturfarbene Leinwand

Zu Beginn einer jeden Arbeit bringt sie jedoch die entsprechende Leinwand auf Maß. Edith Bachmann bevorzugt einen stumpfen Untergrund, da ihr die Ölfarben sonst zu schnell hochglänzend wirken. „Generell gefallen mir die Tierbilder auf naturfarbener Leinwand besser als auf gebeizter, das wirkt ästhetischer.“

Allerdings macht diese Art Leinwand viel Arbeit: Sie will vor und nach jedem Arbeitsschritt nachgespannt werden. Bachmann arbeitet am liebsten mit quadratischen Leinwänden, doch bei Herden von Tieren werden die Leinwände ganz selbstverständlich breiter.

In den Räumlichkeiten des Schaffrath-Hauses, so stellt Bachmann fest, kommen ihre Werke gut zur Geltung. „Meine Bilder brauchen Luft und Licht“, erklärt sie. Die gebürtige Aachenerin malt in Öl, wie sie sagt, nicht nur Tierbilder, sondern „alles, was schön ist“. Außerdem mag sie Kohlezeichnungen und Collagen sowie abstrakte Malerei in Acryl.

Hin und wieder entstehen aus Bachmanns Händen auch Installationen. Für ihre erste Ausstellung im Schaffrath-Haus bereitet der Förderverein Schaffrath-Haus einen künstlerisch-kulinarischen Empfang, mit vegetarischen Häppchen, versteht sich. Die Vernissage findet am Sonntag, 16. September, von 11.30 bis 14.30 Uhr statt. Die Einführung in den bekannten Räumlichkeiten in der Theodor-Seipp-Straße 118 wird Kiki Bragard vornehmen.

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