Würselen: Pfarrer Stemes zieht sich noch weiter zurück

Würselen: Pfarrer Stemes zieht sich noch weiter zurück

Pfarrer Hans Stemes wird Silvester, 31. Dezember, 17.30 Uhr, seinen letzten Gottesdienst am Altar von St. Balbina zelebrieren. Nachdem der heute 76-jährige Seelsorger vor eineinhalb Jahren von seinen Pflichten als Pfarrer entbunden worden war, hatte er - so weit er es konnte - samstags und sonntags noch eine Heilige Messe mit der Gemeinde von St. Balbina gefeiert.

Dass er dieser „Verpflichtung” ehrenamtlich nachgekommen sei, darauf legt er besonderen Wert.

Auch nach dem Jahresabschluss-Gottesdienst wird Hans Stemes als Priester und Bürger im Pfarrhaus von St. Balbina erhalten bleiben. In Konzelebration mit Pfarrer Gottfried Kader wird er am Neujahrstag um 9 Uhr in der Kapelle des Krankenhauses in Bardenberg Eucharistie feiern.

Hans Stemes erblickte am 2. Juni 1933 in Krefeld-Uerdingen das Licht der Welt. Gemeinsam mit seiner Schwester wuchs er im Elternhaus auf, besuchte von 1939 bis 1954 in Uerdingen die Schule und studierte schließlich Theologie in Bonn und Aachen. Durch Diözesanbischof Dr. Johannes Pohlschneider wurde er am 25. Juli 1960 im Hohen Dom zu Aachen zum Priester geweiht. Seine erste Kaplanstelle trat er in der Pfarre St. Andreas in Korschenbroich an, wechselte später an die Aachener Pfarrgemeinde St. Elisabeth und als dritte Kaplanstelle an die Herz-Jesu Gemeinde in Stolberg-Münsterbusch.

Fünf Jahre verrichtete er seine seelsorgerische Tätigkeit als Pastor von 1970 an in Liedberg, zwischen Korschenbroich und Neuss gelegen, bevor er am 5. Oktober 1975 an die Pfarre St. Balbina berufen wurde, wo er am 19. Oktober dann als Nachfolger des 84-jährigen Dr. Josef Thom eingeführt wurde. Fünf Jahre lang wirkte Stemes mit dem zum Ehrenbürger der Stadt ernannten legendären Pfarrer gemeinsam. Anfangs übernahm er noch die Pfarrverwaltung von St. Pius X. Insgesamt feierte er in St. Balbina 34 Jahre lang mit seiner Gemeinde Gottesdienst.

Besonders am Herzen lagen ihm in dieser lange Zeit stets die Messdiener, die sich über den Dienst am Alter hinaus in der offenen Jugendarbeit engagierten. Verbunden war er nicht nur in seiner Gemeinde den Schützen. Bis zum Jahre 2000 bekleidete er sowohl das Amt des Diözesan- als auch des Bezirkspräses´. Während seiner 34-jährigen segensreichen Tätigkeit knüpfte Pfarrer Hans Stemes in seiner Pfarre vielfältige Kontakte zu den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen. Am 30. November 2006 verlieh Bürgermeister Werner Breuer ihm in Würdigung seiner vielfältigen Verdienste den Ehrenteller der Stadt.

Breuer: „Er hat seine Berufung nie als eine schwere Last empfunden, sondern sich mit Freude und Engagement für die Menschen in Morsbach und darüber hinaus eingesetzt.” Obwohl gesundheitlich schwer angeschlagen, blickt Pfarrer Stemes zuversichtlich in die Zukunft. Er würde sich freuen, wenn er mit Gottes Segen am 25. Juli 2010 sein goldenes Priesterjubiläum feiern könnte, und zwar in der Basilika der Benediktinerabtei Maria Laach. Dort hatte er seine erste Messe nach der Priesterweihe mit Eltern und Freunden gehalten.