Würselen: Peter Küppers plant auf dem Gnadenhof eine Kapelle

Würselen: Peter Küppers plant auf dem Gnadenhof eine Kapelle

Peter Küppers will den Papst nach Euchen einladen. Wenn alles gut läuft, meint er, könnte die geplante Kapelle auf dem Gnadenhof schon im August fertig sein. Sie soll unter doppelten Protektorat stehen, nicht nur Franz von Assisi sondern auch Papst Franziskus gewidmet sein.

Nun ist der eine Franz schon reichlich lange tot, aber der andere lebt noch. Und dem werde er einen Brief schreiben, sagt Küppers und grinst verschmitzt. „Natürlich wird der nicht kommen, das weiß ich auch. Aber der wird uns antworten. Und wissen Sie, was ich mit dem Brief mache?“, Küppers legt eine Pause ein, um die Spannung ins Unermessliche zu steigern. „Den rahme ich ein und hänge ihn an der Kapelle auf.“

von Verena Müller Würselen. Peter Küppers will den Papst nach Euchen einladen. Wenn alles gut läuft, meint er, könnte die geplante Kapelle auf dem Gelände des Gnadenhofs schon im August fertig sein. Sie soll unter doppelten Protektorat stehen, nicht Foto: Verena Müller

Die Steine für seine Kapelle hat er bereits besorgt, ein Abrissunternehmen hat ihm freundlicherweise einen Teil der Überreste eines Hauses in Morsbach vorbeigebracht. Eine Lkw-Ladung. „Der Unternehmer war sogar froh, der hätte die sonst nämlich bis nach Heinsberg bringen müssen“, sagt Küppers und lächelt zufrieden in sich hinein. Die Steine sind feinsäuberlich in der Werkstatt aufgeschichtet, nachdem Küppers und seine Mitstreiter die guten von den schlechten getrennt und die brauchbaren gereinigt hatten. Zwischen die Reihen sind Zettel geklemmt, auf denen die Anzahl abzulesen ist.

Zufrieden mit der bisherigen Bilanz: Gnadenhofleiter Peter Küppers hat bereits die nötige Anzahl Feldbrandsteine (oben) für seine geplante Kapelle zusammen. Auch ein Kreuz (unten links) wartet schon auf seinen neuen Bestimmungsort (rechts). Foto: Verena Müller

Wie die Kapelle aussehen soll, hat sich Küppers schon ziemlich genau überlegt, immerhin trägt er den Gedanken zur Errichtung eines solchen Baus auf dem Gelände des Tierschutzvereins „Die Arche“ schon seit längerem mit sich herum: 3,50 mal 3,50 in Breite und Tiefe, rund sieben Meter hoch, außen der besagte Feldbrandstein, innen Denkanstöße mit Fragen wie: Haben Tiere eine Seele? Oder: Kommen Tiere in den Himmel?

Das ist der geistige Inhalt. Der materielle orientiert sich an der Kapelle in Baesweiler (Kapellenstraße). Küppers hat sich in den vergangenen Woche mit seinem Kassierer so manche Kapelle in der Umgebung angeschaut („acht Stück!“), um Ideen zu sammeln.

Die Ausführung übernimmt laut Küppers ein „Universalhandwerker“ aus den eigenen Reihen. Ein pensionierter Dachdeckermeister, der ehrenamtlich auf dem Gnadenhof arbeitet.

Den Andachtsort soll später außen ein Kreuz zieren, das zuvor in der sogenannten Bewegungshalle (für Pferde und Reiter) hing: ein Holzkorpus, an dem diverse Hufeisen befestigt sind. Die sollen laut Gnadenhofleiter noch mit einer Lackschicht überzogen werden, damit sie der Witterung standhalten. „Das Kreuz steht symbolisch für die Schmerzen, die Tiere erleiden“, erläutert Küppers.

Einen Standort hat er — alles andere wäre jetzt eine Überraschung — auch schon ausgeguckt: auf der Rasenfläche gegenüber der Einfahrt, so dass Besucher den kleinen Bau sofort sehen. Und auch mit dem Bistum ist der Dienstweg bereits abgesprochen: Zuständig für die Weihe ist die Pfarre St. Sebastian.

Ach so. Eine Sache wäre da noch. Die Baugenehmigung muss noch eingeholt werden. Aber das sei sicher kein Problem, meint Küppers: „Ich denke, dass wir im März, April anfangen können.“