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Würselen: Patientenforum „Rheuma” gibt Tipps für Alltag

Würselen : Patientenforum „Rheuma” gibt Tipps für Alltag

Die Schmerzen begleiten sie seit 15 Jahren Tag und Nacht, doch: „Hängen lassen gilt nicht”, sagt Marlies Graf und lächelt. Die 64-Jährige leidet unter Rheuma in Füßen und Beinen. Ihr Rezept, neben der positiven Lebenshaltung: „Bewegen, auch wenn es weh tut”.

Da mache sie noch zu wenig und wüsste gerne, was sie noch tun kann. Deshalb ist sie ins Medizinische Zentrum nach Würselen gekommen, zum ersten Patientenforum der Klinik für internistische Rheumatologie. Helene Engelen interessiert sich besonders für die neue Basistherapie und da speziell für die biologischen Medikamente. Wie ihr geht es vielen. Betroffene und Angehörige haben sich eingefunden, um den Vortrag von Dr. Peter Bartz-Bazzanella, dem Leiter der Klinik, zu hören.

Je eher eine rheumatische Erkrankung diagnostiziert werde, desto größer seien die Chancen den Verlauf der chronischen entzündlichen Erkrankung zu verbessern, erläutert Bartz-Bazzanella. Basistherapeutika und Biologika seien nicht darauf angelegt die Schmerzen zu lindern, sondern deren Ursachen, die Entzündungen der Gelenke zu behandeln. Oft dauere es Monate, ehe eine Wirkung eintrete, doch „die Erfolge, besonders bei einer Kombination von beidem, sind sehr viel versprechend”. Er selbst habe bereits gute Erfahrungen damit gemacht, erklärt der Rheumatologe. Doch sei dies keine Therapie für jeden Patienten, zumal sie sehr kostspielig sei. Besonders wirkungsvoll sei sie bei jüngeren Patienten, bei denen die Krankheit recht früh festgestellt werde und bei denen ein schwerer Verlauf prognostiziert werde.

Nach den Vorträgen demonstriert Bartz-Bazzanella die Diagnose per Ultraschall. „Damit erkennen wir Löcher in der Knochenstruktur und andere Veränderungen besser und schneller als beim Röntgen”, erklärt er. Viele Interessierte scharen sich um das Gerät.

Vorträge der Ergotherapeuten und der Physiotherapeuten des MZ gehören ebenfalls zum Programm. „Wir haben vor allem Hilfsmittel für den Alltag vorgestellt, die den Körper schonen und Kraft sparen”, erläutert Isabel Hiby. Bei den Physiotherapeuten geht es dann in die Praxis: Ivo Stoltefuß zeigt Übungen am Gymnastikball, die helfen, Beweglichkeit zu erhalten oder zurück zu gewinnen.