Benefizveranstaltung: „Patchwork“-Team aus Herzogenrath startet beim „Aachener Solidaritätslauf“

Benefizveranstaltung : „Patchwork“-Team aus Herzogenrath startet beim „Aachener Solidaritätslauf“

Als vor einigen Monaten das Team des Gebrauchtwarenkaufhauses „Patchwork“ aus Merkstein wieder bei den befreundeten Verantwortlichen der benachbarten Pfarre Sankt Willibrord anfragten, ob wieder Interesse an einer Unterstützung bestehe, erntete man nichts als fragende Blicke.

„Natürlich“ — so lautete die knappe Antwort von Pfarreiratsvorstand Gaby Bayer-Ortmanns und Mario Hellebrandt vom Pastoralteam. Die Zusammenarbeit ist selbstverständlich, man frage sich lediglich, warum jedes mal noch so explizit gefragt werde.

An diesem Sonntag wird das Team der Pfarre unter dem Motto „Sankt Willibrord läuft für Patchwork“ wieder am „Aachener Solidaritätslauf zu Gunsten von Menschen ohne Arbeit“ teilnehmen. Im Zuge des „Aachener September Specials“ werden Läufergruppen aus der Region ab 11 Uhr auf dem Marktplatz auf Kilometerjagd gehen. Jeder gelaufene Meter zählt, die eigens gesuchten Sponsoren zahlen nach Laufleistung.

Unter dem Motto „Fifty-Fifty“ geht die Hälfte des jeweiligen Erlöses an regionale Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekte für Langzeitarbeitslose und Jugendliche ohne Ausbildung. Die andere Hälfte kann an ein persönlich ausgewähltes Projekt gehen — im Falle vom Team Sankt Willibrord das Gebrauchtwarenkaufhaus.

Wilfried Hammers, Vorsitzender des Fördervereins Arbeit Umwelt und Kultur in der Region Aachen (Träger des „Patchwork“), wird zusammen mit Bayer-Ortmanns und Hellebrandt selbst als Läufer starten. Man geht davon aus, ähnlich wie in den letzten Jahren zahlenmäßig wieder zu den fünf größten Gruppen zu gehören.

Um die zwanzig Starter erwarten die Verantwortlichen, das Kinderheim Sankt Hermann-Josef aus Merkstein wird wie in den vergangenen Jahren wieder die meisten internen Teilnehmer stellen.

Kaufhausleiter Werner Wilfing unterstützt als Ordnungskraft „sein“ Team vom Rand der Strecke aus: „Es ist schön, dass viele Mitarbeiter sofort erklärt haben, am Sonntag nach Aachen zu kommen, um das Team anzufeuern.“

Das Willibrord-Team ist durch das eigens entworfene Logo auf den Laufshirts schnell erkennbar — Wilfing dachte schmunzelnd auch darüber nach, für die nächsten Läufe ein eigenes „Fan-Banner“ zu entwerfen. Andrea Kever, Geschäftsführerin des Fördervereins, wird als Teil der „Wettkampfleitung“ die zurückgelegte Strecke dokumentieren.

Nachdem im letzten Jahr aufgrund von organisatorischen Engpässen beim Veranstalter die Laufzeit um zwanzig Minuten verkürzt werden musste, freuen sich alle Läufer in diesem Jahr wieder auf auf volle zwei Stunden Wettbewerb. Von der Witterung ist man im übrigen unabhängig. „Wir laufen bei Hitze oder bei strömendem Regen — Solidarität kennt kein Wetter“, formulierte es Hammers selbstbewusst.

Das Miteinander sei mit Sicherheit genauso viel Wert wie das reine Laufen. Bereits um 9.30 Uhr trifft man sich am Merksteiner August-Schmidt-Platz und reist gemeinsam mit der Euregio-Bahn nach Aachen. Kurzentschlossene sind herzlich willkommen.

Hammers und Kever zeigten sich glücklich, dass die Arbeit des Fördervereins nicht nur seitens der Pfarre derart gewürdigt wird. Gerade das Gebrauchtwarenkaufhaus sei neben den vielen weiteren Aktivitäten des Vereins in Herzogenrath etwas ganz besonderes.

Das Patchwork sei aus der Stadt nicht mehr wegzudenken, erstmals wurde einst auch eine Pfarre von sich aus aufmerksam auf diese Arbeit. Über das Jobcenter kann der Förderverein im Patchwork oder auch in der Recyclingbörse zahlreiche Maßnahmen für Arbeitssuchende anbieten. Allein 17 Festangestellte finden sich in den Reihen der einzelnen Betriebe.

Der Förderverein wird auch in Zukunft seiner Linie treu bleiben. Zum Jahreswechsel läuft das Projekt „Stam — Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“, welches durch das Jobcenter der Städteregion Aachen gefördert wurde, nach drei erfolgreichen Jahren aus. Nachfolgeprojekte und weitere Maßnahmen sind bereits in der Planung.

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