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Eurode: Ortsgeschichte locker erzählt

Eurode : Ortsgeschichte locker erzählt

Da wuchs zusammen, was sowieso zusammengehört.

Lehrer aus Herzogenrath und Kerkrade haben sich unter dem Dach der „Stiftung Eurode 2000+” zusammengeschlossen, um neues Lehrmaterial für den Heimatkunde-Unterricht an niederländischen Basisscholen und deutschen Grundschulen zu erarbeiten.

Nicht als Deutsche oder Niederländer, sondern gemeinschaftlich als Bürger von Eurode. Jetzt ist das gleichermaßen faktenreiche wie unterhaltsame Werk zu haben.

Stiftungsvorsitzender Johannes Becker, selbst Lokalhistoriker von Rang, und seine Mitstreiter stellten die Projektmappe im Eurode Business Center (EBC) vor zahlreichen Pädagogen und dem Kerkrader Bürgermeister Jos Som vor.

Monika Sturm, Grete Esser-Plum, Hub Schetters, Leo Nacken, Johannes Becker und die im Verlauf der Arbeit verstorbene Maria Houppermans haben das Material in Buchform gebracht, das an Anschaulichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Denn die Heimatgeschichte wird in den Texten nicht „furztrocken” referiert, sondern erzählt - von Mensch zu Mensch. Und manchmal erzählen die Autoren auch ihre eigene Geschichte, so zum Beispiel Hub Schetters, der bis vor seiner Pensionierung in Kerkrade vor allem Englisch unterrichtet hat.

Schetters, der als Kenner der Weltkriegsgeschichte seiner Geburtsstadt vor kurzem als Mitverfasser des viel beachteten Bandes „Kerkrade evacueert” hervortrat, berichtet wie „Hupie” - also er - zu Fuß und unter mancherlei Beschwerden die vertraute Umgebung verlassen muss.

Kollegin Monika Sturm, seit 27 Jahren in Herzogenrath tätig, aber noch immer bekennendes „Bardenberger Kind”, verweist auf noch ein anderes wesentliches Element der in der ersten Auflage mit 250 Stück (200 in deutscher, 50 in niederländischer Sprache, Preis: 15 Euro) erschienenen Veröffentlichung.

Das auf den Seiten verwandte Modell der Uhr macht so abstrakte Kategorien wie der Zeit anschaulich. Dabei wird für Sturm vor allem eines deutlich: „Der nicht gemeinsame Teil der Geschichte macht für Eurode nur neun Prozent aus.” Was zusammengehört, ist damit eindrucksvoll untermauert.

Die generelle Zielrichtung des Werks, das in eine Arbeitsmappe für Schüler und einen Teil für Lehrer aufgeteilt ist, hat Johannes Becker eindeutig identifiziert: „Viele Lehrer, die hier eingesetzt werden, kommen von anderswo her und haben keinen persönlichen Bezug zur Heimatgeschichte. Da wollten wir helfen.”

Fünf Jahre Arbeit liegen hinter ihm und den anderen Verfassern. Für die entsprechende Inspiration sorgte der Ort der Gedanken- und Text-Werkstatt: Das Mappenwerk entstand größtenteils unter dem Dach von Burg Rode.

Dort haben die Heimathistoriker ihre Recherchen zusammengetragen und in akkurate Texte ausgeformt. Und bei der ersten Lektüre im EBC waren sich die Schulvertreter und Bürgermeister Som, der mit Lob nicht geizte, rasch und unzweifelhaft einig: Die Mühen haben sich gelohnt.

Nähere Auskunft über das Buch gibt Johannes Becker, 02406/2370.