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Neue Betrugsmasche: Ortbare Chips in Schlüsselanhängern, Elektroniksender an teuren Autos

Neue Betrugsmasche : Ortbare Chips in Schlüsselanhängern, Elektroniksender an teuren Autos

In Sozialen Netzwerken kursiert derzeit „!!!Eine Warnung an ‚Alle’!!!“. Die Polizei hat jedoch keine Erkenntnisse über eine neue Masche.

In Sozialen Netzwerken kursiert derzeit „!!!Eine Warnung an ‚Alle’!!!“. Demnach werden an „vielen Orten – an Tankstellen oder auf Parkplätzen – kostenlose Schlüsselanhänger, kleine Schmucksachen für das Auto … etc. angeboten“. Diese sollten nicht angenommen werden, weil darin „Chips verarbeitet“ seien.

Warum? „Kriminelle Typen verfolgen Euch vom Tanken bis nach Hause.“ Auf diese Weise wollten diese feststellen, „wann ihr zu Hause seid oder nicht.“ Bei Abwesenheit werde eingebrochen. Die unbekannte Quelle dieser Warnung bezieht sich sogar auf vermeintliche Aussagen der Ordnungshüter, um der Sache Gewicht zu verleihen und mehr Aufmerksamkeit zu erzielen: „Nach Angaben der Polizei ist diese Art und Weise das Werk von rumänischen Kriminellen! Eine neue Art von Kriminalität.“ Deshalb soll man/frau auch Freunde und Bekannte warnen.

Was ist dran an dieser „Masche“? Andreas Müller von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Aachen hat auf Nachfrage der Lokalredaktion bei seinen Kollegen in den Bereichen Betrug und Einbruch nachgeforscht. Ergebnis: Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aachen ist von einem derartigen Vorgehen von Kriminellen nichts bekannt. Entsprechend habe die Polizei auch nicht davor gewarnt oder gar rumänische Kriminelle als dafür Verantwortliche ausgemacht. „Das soll aber nicht heißen, dass so etwas nicht vorkommt oder bei anderen Polizeibehörden bekannt ist.“

Allerdings würden der mit dem Einbau von Chips verbundene Aufwand und die entsprechenden Kosten eher gegen diese „Ausgabe“ von aufwendigen Elektronikbausteinen sprechen. Zudem sei der damit verbundene Effekt fragwürdig. Würde der Chip samt „Zielperson“ außerhalb des einmal ausgemachten Hauses oder der Wohnung geortet, bedeute dies noch lange nicht, dass die Räume auch wirklich verwaist sind.

Bekannt ist laut Müller vielmehr die Masche, dass solche ortbaren Elektroniksender an teuren Wagen bzw. Oldtimern unbemerkt angebracht werden, um diese später – zumeist nachts – aus der so identifizierten heimischen Garage zu stehlen.

Polizeisprecher Andreas Müller bittet allerdings auch darum, sich bei der Polizei zu melden, wenn jemand weiterführende Hinweise auf besagte „neue Art von Kriminalität“ geben kann.