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Würselen: Operation durchs Schlüsselloch

Würselen : Operation durchs Schlüsselloch

Es ist eine echte Millimeterarbeit, ganz ruhig und präzise gehen Professor Dr. Georg Hofmockel, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Medizinischen Zentrums des Kreises Aachen, und sein Team bei der Operation vor.

Was im Normalfall eine große Einschnittnarbe hinterlassen würde, ist Dank des Einsatzes neuester Techniken ein Eingriff, der kaum mehr Spuren hinterlässt. Nur einige winzige Einstichlöcher, durch die Kanülen samt hochauflösender Kamera eingeführt werden, bleiben zurück.

„Mit der laparoskopischen nerverhaltenden radikalen Prostatektomie ist ein bedeutender Fortschritt bei den Operationstechniken gelungen”, freut sich Hofmockel. Eine vollständige Heilung des Prostatakrebses ist nur im Frühstadium möglich, weil nur dann die Prostata ganz entfernt werden kann. Pro Jahr gibt es 33000 Neuerkrankungen.

„Trotzdem nutzen nur gerade einmal zehn Prozent der Männer die Vorsorgeuntersuchung”, bedauert Hofmockel. Mit der Methode der „Schlüssellochchirurgie” steht ein völlig neues Verfahren zur Verfügung, das für den Patienten viele Vorteile bereithält: Es ist kein Schnitt im Bereich der Bauchdecke mehr von Nöten, der Patient hat kaum mehr Schmerzen und kommt viel schneller wieder auf die Beine.

Aber nur wenige Zentren in Deutschland bieten diese Methode an. In NRW sind es der Betriebsteil Bardenberg des MZ und ein Krankenhaus in Leverkusen. Um dieses Operationsverfahren zu verbreiten, haben Hofmockel und sein Team einen 15-minütigen Lehrfilm gedreht. Dieser erhielt jetzt den ersten Filmpreis der Deutschen Gesellschaft für Urologie.

An der urologischen Klinik wurden nach Einführung der Methode vor etwa zwei Jahren bereits mehr als 200 dieser Eingriffe vorgenommen. „Die Schwierigkeit ist das Operieren von außen nach innen, das nur über den Monitor sichtbar gemacht wird”, erklärt Hofmockel.