Alsdorf: Oldies aus der „Heilen Welt“ begeistern

Alsdorf: Oldies aus der „Heilen Welt“ begeistern

„Hallo Alsdorf!“ „Servus Peter!“ Das fing ja gut an. Über Stunden lang „Heile Welt“ pur in der Stadthalle waren ein Hochgenuss für die überwiegend älteren Fans des unvergessenen Peter Alexander. Sie gingen begeistert mit, sangen und schunkelten, um am Ende mit stehenden Ovationen deutlich machten, „dieser Abend war für uns ein einmaliges Erlebnis.“

Der ganze Halle schwelgte in Erinnerungen, die gute alte Zeit, die 50er und 60er Jahre, wurde lebendig. Ohrwürmer, Evergreens, Oldies — und alles in der Kulisse des weltbekannten Hotels „Weißes Rössl“ am Wolfgangsee, da schmolzen die Herzen der weiblichen (zuweilen auch männlichen Fans) nur so dahin.

Liebe, Amore, Gspusi (Techtelmechtel oder op Kölsch „Fisternölche“), hübsche Frauen in feschen Dirndln, am Ende ein Happy End nach Maß. Eine gelungen Hommage an Peter Alexander, der am 30. Juni 90 Jahre alt geworden wäre. Und eben dieser Peter schoss auch in Alsdorf den Vogel ab.

Aber zurück zum „Heile-Welt-Musical“ auf die Bühne und zu den herrlichen, bekannten Schlagern. Ein fulminanter Augen- und Ohrenschmaus rund um den Hauptdarsteller Peter Grimberg, den Oberkellner im „Weißen Rössl“, der einen überzeugenden „Alexander“ abgab, gesanglich und schauspielerisch dem Weltstar recht nahe kam. Umgeben von der Wirtin Mariandl, dem lispelnden Zimmermädchen Vera, der hübschen Unternehmerstochter Marina: Männerherz, was willst du mehr? Großartig auch Kellner Horst Freckmann (ein Heinz Erhardt mit „Noch’n Gedicht“ wie er im Buche steht), Dieter Grimberg als Dr. Schiefer und der umwerfende Kölner Komiker Kai Kramosta als „der schöne Sigismund.“ Ein Ensemble wie für dieses Musical geschaffen.

Und singen konnten sie alle. Im Vordergrund natürlich die großen Erfolge von Peter Alexander und der grandiosen Caterina Valente — „Ich weiß, was dir fehlt“, „Der Dumme ist immer der Mann“, „Das ganze Haus ist schief“, „Mariandl“. Natürlich fehlte Rocco Granatas Superhit „Marina“ nicht, gefolgt von „Zwei kleine Italiener“, „Mille, mille Bacci“, „Paris ist eine Reise wert.“

Nicht genug der Evergreens: Hit auf Hit erfreute die Besucher, so „Ganz Paris träumt von der Liebe“, „Tipitipitipso, beim Calypso“, „Ich will keine Schokolade“ (von Trude Herr ein Renner), selbst Lolitas „Seemann, lass das Träumen“ ließ in der Kulisse der österreichischen Bergwelt große Freude aufkommen. Bei soviel Liebe, Lust und Leidenschaft war das Duett „I love you“ („Was kann ich denn dafür“), mit dem einst Frank und Nancy Sinatra einen Welthit landeten, ein echter Knaller. Natürlich gehörte auch Klamauk dazu, dafür sorgten Kellner Freckmann, der in der ersten Reihe prominente Gäste wie Heidi Kabel, Bundespräsident Gauck, Horst Seehofer und Helene Fischer („Eben noch bei Tchibo, jetzt in Alsdorf“) begrüßte. Und er stellte fest: „Als Gott uns Männer erschaffen hatte, sagt er, wir würden an jeder Ecke eine Frau finden. Aber dann hat er die Welt rund gemacht.“

Der schöne Sigismund im Ringel-Badelook, ein Fleischpaket zum Anbeißen, war rasch eine Lachnummer für sich. Die Wirtin, die Kellnerin, die rassige Marina, sie alle schmetterten „Hab’n se nicht nen Mann für mich“ oder „Komm, und bedien’ dich bei mir.“ Nachfrage und Angebot zugleich. Als die „Hitparade“ beendet war, brauste stürmischer Beifall auf, der Jubel kannte kein Ende. Eine Zugabe war fällig: „Die kleine Kneipe“ erklang, die Stadthalle wurde zum Gesangslokal, die ganze Besucherschar „ein Verein“. Eine großartige Leistung, ein engagiertes Ensemble und tolle Hits wurden gebührend honoriert. Leider waren nicht alle Plätze besetzt.

An der Garderobe fragte eine ältere Dame ihren Mann: „War et schön?“ Antwort: „Am schönsten war et, als et schön war.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer: „Servus Peter!“ Oder: „Junge, komm’ bald wieder!“