Alsdorf: Ofden: Altes Gebäude neu nutzen?

Alsdorf: Ofden: Altes Gebäude neu nutzen?

Gut zwei Stunden lang wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung unter reger Beteiligung von Bürgern über die „Folgenutzung“ des derzeitigen Standorts des Vereins für berufliche und allgemeine Weiterbildung (VabW) an der Alfred-Brehm-Straße in Ofden debattiert. Hier sollen nach Willen der Stadt 25 Einfamilienhäuser und 10 Doppelhaushälften errichtet werden. Der VabW soll innerhalb von Alsdorf umziehen.

Schon zu Anfang stand ein Teilerfolg der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt der Grünanlagen im Herzen des Alsdorfer Ortsteils einsetzt. Das sogenannte „Ofdener Feld“ wurde bei der aktuellen Diskussion und Beschlussfassung ausgeklammert.

Dies geschah zu Beginn der Debatte auf Vorschlag der SPD-Fraktion. Stadtverordneter Markus Conrads hatte beantragt, die Option, „das neue Baugebiet künftig im Bereich ‚Ofdener Feld‘ weiter zu entwickeln“, aus der Verwaltungsvorlage zu streichen. Dem folgte die Mehrheit und nahm bei dem später erfolgten Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat diesen Verzicht mit auf.

Zuvor hatte Rechtsassessor Hans Peter Hermanns zum „Ofdener Feld“ angemerkt, dass mit Blick auf die schwierige und damit viel zu aufwändige Entwässerung des Gebietes — dies habe die technische Überprüfung ergeben — „niemals massiv mit Wohnbebauung bebaut werden“ könne.

300 Wohnungen, wie von Anliegern befürchtet, „werden dort nie entstehen können“, bekräftigte der Verwaltungsjurist. Allenfalls werde es eine „Randbebauung“ entlang des Eidechsenweges geben können. Dabei handle es sich um rund 20 Wohneinheiten. Aktuell gehe es aber nicht darum, sondern nur um die Änderung des Bebauungsplans für den Bereich des Standortes des VabW.

„Beschleunigtes Verfahren“

Hermanns verteidigte das von der Bürgerinitiative bemängelte „beschleunigte Verfahren“. Da es sich aktuell um eine Fläche kleiner 20.000 Quadratmeter handle, sei dies zulässig. Dagegen führen Kritiker — so auch die Grünen — an, mit Blick auf den von der Stadt Alsdorf in Arbeit befindlichen „Masterplan Ofden“, bei dem es auch um benachbarte Areale ginge, müsse die Gesamtfläche gewürdigt werden.

Dies würde zu der eingeforderten umfassenderen Bürgerbeteiligung führen und eine umfängliche Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtend machen. Anlieger sehen das sogenannte „Grün-Kreuz“ in Ofden in Gefahr, das durch zwei Achsen — den Karl-van-Berk-Park und eine grüne Längsachse inklusive VabW-Gelände — gebildet wird.

Dagegen blieb es bei der sogenannten „Vorprüfung der Artenschutzbelange“, die der Biologe Ulrich Haese aus Stolberg entsprechend dem Auftrag der Stadt mit einem wesentlichen geringeren Aufwand zu erstellen hatte.

Demnach würden auf dem Areal des VabW, auf dem einige große rund 60 Jahre alte Bäume stehen, zwar auch größere Fledermäuse jagen, die aber nicht sesshaft seien. Zudem gebe es eine kleinere — sesshafte — Fledermaus-Art, was aber unproblematisch sei, da diese auch in Neubaugebieten lebe.

Auch die Waldohreule ist, so Haese, kein Hinderungsgrund für ein Neubaugebiet, weil diese ohnehin nicht mehr genutzte Nester anderer Vögel zur Brut nutzt und so jedes Jahr ein anderes anfliegt. Auch die Ergebnisse der erst letzte Woche vorgenommenen Verkehrszählung/-untersuchung zogen den Unmut von Sprechern der skeptischen Bürger auf sich.

Alexander Göbbels von BSV, Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Aachen, kam zu dem Schluss, dass die für eine Wohnstraße zulässige Fahrzeugfrequenz selbst mit dem neuen Wohngebiet weit unterschritten wird. Auch die Parksituation sei kein ernsthafter Hinderungsgrund, betonte die Verwaltung.

CDU-Sprecher Peter Steingass griff die Anregung aus Reihen der Bürger auf, die VabW-Gebäude am besten für altengerechtes Wohnen zu nutzen. Die CDU lehne ansonsten den Plan ab. Bernd Mortimer (ABU) widersprach: „Die Gebäude sind ‚rott‘.“ Mehrheitlich wurde das Neubaugebiet Richtung Rat zur Entscheidung durchgewinkt.