Nur noch 1 Euro pro Busfahrt?: Öffentliche Verkehrsmittel in Baesweiler sollen attraktiver werden

Nur noch 1 Euro pro Busfahrt? : Öffentliche Verkehrsmittel in Baesweiler sollen attraktiver werden

Die Christdemokraten Baesweilers wollen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für Baesweiler attraktiver machen. Entsprechende Maßnahmen beantragte die CDU in der Sitzung des Verkehrs- und Umweltausschusses.

Der Tagesordnungspunkt führte im Rathaus Setterich zu einer kurzen Diskussion zwischen den vier Partien im Ausschuss. Per zweiseitigem Schreiben hatten CDU-Fraktionsvorsitzender Mathias Puhl und Fraktionsgeschäftsführer Christoph Mohr die Wünsche der Union erläutert. „Baesweiler ist eine umweltbewusste Stadt, die in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen und Projekte auf den Weg gebracht hat und sich auch künftig für die Belange des Klima- und Umweltschutzes einsetzen wird“, wurde unter anderem formuliert.

Zudem wurde im Schreiben an Bürgermeister Willi Linkens und den Ausschuss festgehalten, dass „der ÖPNV deutlicher in den Fokus gerückt ist als je zuvor“. Die CDU hielt außerdem fest, „als mittlere kreisangehörige Stadt im ländlichen Bereich macht die Einführung eines kostenfreien ÖPNV als Insellösung wenig Sinn und wäre ohne Zweifel auch nicht finanzierbar“.

Allerdings sieht die CDU die Notwendigkeit eines attraktiveren und bedarfsgerechteren ÖPNV-Angebotes. So fordert die Union unter anderem den „City-Tarif für Baesweiler“. Hier soll der Fahrpreis von jetzt 2,80 Euro pro Person auf 1 Euro für eine Busfahrt innerhalb des Stadtgebietes Baesweiler gesenkt werden.

Außerdem stellt sich die Union „Ergänzungsfahrten an den Wochenenden“ vor, verbunden mit der Eichrichtung eines Anrufsammeltaxis in den späten Abendstunden. Dazu schrieben Puhl und Mohr: „Wir halten es für wichtig, dass insbesondere junge Erwachsene, die überörtliche Angebote der Freizeitgestaltung wahrnehmen, nach einem Kino- oder Discobesuch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in jeden Stadtteil weiterfahren können.“

Moniert wurde von der CDU auch, dass es „Tarifsprünge zwischen Baesweiler und Alsdorf“ gebe. Wenngleich dieser Tarifsprung für Inhaber von Schülertickets und Monatskarten nicht besteht, muss er auch für die Fahrten mit Einzelkarten egalisiert werden.

Ein weiterer Punkt im Wunschkatalog der Christdemokraten sind „weitere Car-Sharing-Angebote“. Dies bestehe seit zwei Jahren im Gewerbegebiet, „eine bedarfsgerechte räumliche Ausdehnung wäre sinnvoll“, fordern die Antragsteller.

Beigeordneter Frank Brunner wies darauf hin, dass man über die Themen, die den AVV betreffen, bereits Gespräche geführt habe und weiter führen werde.

SPD-Sprecher Karl-Josef Strank zeigte sich nach Vorlage des CDU-Antrages erstaunt, dass hier „Forderungen vorgelegt werden, die wir bereits vor Jahren immer wieder gestellt haben“. Er sieht bei der CDU „ein Paradigmenwechsel, der stattgefunden hat“. Strank monierte unter anderem, „ein entscheidender Punkt fehlt in Ihrem Antrag. Der Anschluss der Euregiobahn an Baesweiler wird in keiner Weise thematisiert“.

Ausschussvorsitzender Wilfried Menke konterte: „Seien Sie sicher, wir haben uns da schon hinreichend informiert.“ Das bezog er auch darauf, dass die Finanzierung gesichert sein müsse, wie die SPD forderte. Uwe Burghardt (CDU) bemerkte unter anderem, „uns ist schon klar, dass das Geld kosten wird“.

Grünen-Sprecher Hans-Dieter Deserno freute sich, „dass das jetzt ein Thema wird. Ich finde das hervorragend“. Ihm sei wichtig, dass eine „Anbindung des Neubaugebietes Kloshaus sichergestellt wird“. Sein Vorschlag: Vielleicht kann man die Linie BW 1 „anders fahren lassen“.

Marika Jungblut (Linke) zeigte sich „überrascht, aber auch erleichtert, dass sich nun etwas bewegt“. Frank Brunner bekräftigte – bevor der Ausschuss den Antrag einstimmig passieren ließ – „wir sind in Kontakt zum AVV, und er betonte außerdem „wir befinden uns am Anfang der Gespräche und nicht am Ende“.

Brunner mahnte, wenn es zur Einholung eines Gutachtens kommen würde, könne das ziemlich teuer werden. Der Ausschuss befasste sich außerdem mit verschiedenen Verkehrslenkungsmaßnahmen und Beschilderungen.

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