Nordkreis: Nordkreis-Kommunen: Bestandsaufnahme der Straßenschäden

Nordkreis: Nordkreis-Kommunen: Bestandsaufnahme der Straßenschäden

Die Löcher im Haushalt der Nordkreis-Kommunen sind schon schlimm genug. Die Krater in den kommunalen Straßen, die der strenge Winter verursacht hat, sind nicht nur schlimm, sondern teilweise brandgefährlich.

Nur ein Beispiel ist der Zustand der Bahnhofstraße in Alsdorf. Ein Loch reiht sich an das andere. Allein schon die Liste der Frostschäden im Stadtgebiet Alsdorf, die bis Ende Januar vom Eigenbetrieb Technische Dienste per „Straßenbegeher” erfasst worden sind, füllt einen Aktenordner, wie Fachmann Walter Buttgereit den Mitgliedern des Betriebsausschusses vor Augen führte.

So empfiehlt der Ausschuss dem Stadtrat, die Mittel für Straßensanierung und -instandsetzung um 500.000 auf eine Million Euro zu erhöhen. Laut Buttgereits Kollegen Jörg Theißing soll möglichst bald eine Prioritätenliste erstellt und abgearbeitet werden.

Fleißig damit beschäftigt, die Krater in den Fahrbahnen zu flicken, sind die Mitarbeiter des Bauhofs in Herzogenrath. „Das sind erste Maßnahmen, um Unfallgefahren zu vermeiden”, erklärt Fachbereichsleiter Markus Schlösser. „Wenn die Bestandsaufnahme komplett ist, erfolgen die gründlichen Reparaturen.”

Wie hoch der Gesamtschaden ist, ist noch nicht absehbar, „erst in zwei bis drei Wochen können wir seriöse Zahlen vorlegen”, sagt Schlösser. 250 Tonnen Salz hat Herzogenrath „mit Augenmaß” in den vergangenen Wochen verstreut, „eigentlich nicht wesentlich mehr als in anderen Wintern auch”, aber zum Schluss sei auch rein gar kein Streumittel mehr erhältlich gewesen.

Extrastunden werden ausgezahlt

Rund 100 Kilometer Straße, darunter auch innerörtliche Land- und Bundesstraßen, werden vom städtischen Winterdienst betreut -Ê„hin und zurück, schließlich muss die Gegenfahrbahn ja auch gestreut werden”. Vier Räumfahrzeuge mit je zwei Mann Besatzung waren im Schichtdienst fast 20 Stunden täglich im Einsatz. Dazu sechs kleine Trecker für Gehwege.

Die Listen für den Bereitschaftsdienst des Bauhofs - natürlich auch für Ölunfälle und Ähnliches - liegen bei der Feuerwehr, die aufgrund ihres 24-Stunden-Dienstes bei Bedarf Streualarm auslöst. Die stattliche Zahl an Extrastunden wird den Mitarbeitern ausbezahlt, „anders geht es nicht, sonst könnten wir unseren normalen Betrieb ja nicht aufrecht halten”, erklärt Schlösser. Wie hoch die Extralohnkosten sind, ist ebenfalls noch nicht beziffert.

Das ganze Ausmaß der natürlichen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen lässt sich in Würselen noch nicht überblicken. Nicht zu übersehen sind etliche Schlaglöcher in vielen Straßen im ganzen Stadtgebiet, so zum Beispiel in der Kreuzstraße, Bahnhofstraße, Wilhelmstraße... Die Schäden werden in diesen Tagen vom zuständigen Fachbereich IV aufgenommen. Das bestätigte Daniel Laufen von der Würselener Pressestelle auf Anfrage unserer Zeitung.

Verhältnismäßig wenig Schäden in Baesweiler

Klarheit herrscht indes in Baesweiler über das Ausmaß der Frostschäden an städtischen Straßen und Wegen. „Kaum schlimmer als in den vergangenen Jahren” habe das Winterwetter dem Asphalt zugesetzt, bilanziert Peter Strauch, Technischer Beigeordneter der Stadt. Nach seiner Einschätzung liegt das am durchweg guten Zustand der Straßenbeläge im Stadtgebiet: Weil der Asphalt nur wenige Risse aufweise, dringe folglich wenig Wasser ein und der Frost könne keinen Schaden anrichten. Wo dennoch schadhafte Stellen und Schlaglöcher zutage getreten sind, war oder ist der städtische Bauhof laut Strauch bereits aktiv.

Eine Aufstockung des Etatpostens für Unterhalt und Instandsetzung von Straßen ist jedenfalls nicht nötig, betont Strauch. In den vergangenen Jahren waren im Baesweiler Haushalt jeweils Beträge zwischen 90.000 und 100.000 Euro eingestellt, für 2010 sind es erneut 100.000 Euro. Strauch: „Mit dieser Summe kommen wir klar.”

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