Nordkreis: Nordkreis hat beim Blutspenden großen Nachholbedarf

Nordkreis: Nordkreis hat beim Blutspenden großen Nachholbedarf

In der Sommerzeit werden die Blutkonserven des Deutschen Roten Kreuzes knapp. „Die Leute sind ganz einfach nicht da“, erklärt Hans-Dieter Vosen, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Aachen, die zurückgehenden Spenden. Die Leute würden bei gutem Wetter anderes tun, als Blut zu spenden.

Dabei werden in den Sommermonaten mindestens genauso viele Spenden gebraucht. Es sei unerheblich, welche Blutgruppe gesucht würden, da seltene Blutgruppen logischerweise auch seltener gebraucht würden. Knapp wird es also bei allen.

Auswirkungen auf den direkten Krankenhausbetrieb sollen aber vermieden werden. Die Reserven gehen zwar deutlich zurück, aber nur in den seltensten Fällen käme es wirklich zu einer Verschiebung von Operationen. Um Engpässe zu vermeiden, ist eine gute Koordination des Blutspendediensts notwendig.

Während im Altkreis Aachen nur jeder 30. Einwohner sein Blut spendet, tut dies zum Beispiel im Oberbergischen Kreis jeder 10. So helfen sich die Kreisverbände bei Bedarf gegenseitig aus.

Auf die Bedeutung der Blutspende kann nur ausdrücklich hingewiesen werden. „Jeder kann in die Lage kommen, darauf angewiesen zu sein“, sagt Vosen. Da Blut noch nicht künstlich herstellbar ist und aus den Spenden auch andere wichtige Stoffe wie Blutplasma oder rote Blutkörperchen gewonnen werden, brauchen die Krankenhäuser die Spenden der Bevölkerung.

Zwar könne der Patient vor einer Operation auch sein eigenes Blut spenden, welches er dann bei der OP wieder zurückerhält. In den meisten Fällen ist der Betroffene aber kurzfristig auf eine Blutkonserve angewiesen. Deshalb bittet Vosen auch, dass jeder an sein Gewissen appellieren solle.

Die Angst vor der Prozedur des Blutspendens möchte Vosen jedem nehmen. „Es tut nicht weh“, stellt er schmunzelnd fest. Er selbst habe in seinem Leben 52 Mal Blut gespendet, daher spricht er aus Erfahrung.

Als Tipp gibt er allerdings mit auf den Weg, dass der Spender vorher ausreichend getrunken haben sollte. Bei der ersten Anmeldung wird eine Blutprobe entnommen, um den Eisengehalt des Blutes zu ermitteln. Das sei vor allem bei Frauen wichtig. Mit der Erstanmeldung erhält der „Kandidat“ auch seinen Spenderausweis, den er dann bei jeder Spende dabeihaben sollte.

Vor jeder Blutabnahme muss zunächst ein medizinischer Fragebogen ausgefüllt werden, um eventuelle Ausschlusskriterien festzustellen. Im Anschluss gibt es ein ausführliches Arztgespräch. Danach wird von erfahrenen Krankenschwestern genau ein halber Liter Blut abgenommen. Um den Körper danach nicht unnötig zu belasten, stehen Ruheliegen bereit.

Zum Schluss erhält jeder Spender einen kleinen Imbiss zur Stärkung. Männer dürfen bis zu sechs Mal im Jahr spenden, Frauen maximal vier Mal. Die Volljährigkeit ist Grundvoraussetzung. Auf der Internetseite des DRK-Blutspendediensts West wird auch ein Online-Check angeboten, in dem Interessierte erfahren kann, ob man für eine Blutspende in Frage kommt.